Zadar ist keine Ferienhausstadt, und genau deshalb funktioniert die Region so gut. Auf der Altstadt-Halbinsel steht kein Haus mit Pool und Olivenbaum im Garten - dort stehen ein römisches Forum, eine Rundkirche aus dem 9. Jahrhundert und dicht gedrängte Wohnhäuser aus fünf Jahrhunderten. Die Ferienhäuser beginnen dort, wo die Stadt aufhört: in Kožino und Diklo im Norden, in Bibinje und Sukošan im Süden, in den Dörfern des flachen Hinterlands. Aus keinem davon braucht man länger als eine halbe Stunde bis zur Meeresorgel.
Wo das Ferienhaus stehen sollte
Zadar liegt am Zadarski kanal, einer schmalen Meerenge zwischen Festland und der Inselkette Ugljan, Pašman und Rivanj. Die Inseln nehmen dem offenen Meer die Kraft: Der Seegang bleibt selbst bei kräftigem Wind moderat, und das Wasser vor der Küste ist ruhiger als etwa an der Makarska Riviera. Das prägt die ganze Küstenlinie. Statt weniger großer Badebuchten reiht sich hier ein Ort an den nächsten, jeder mit eigenem Hafen, eigener Kiesbucht und eigenem Charakter.
Grob gilt: Nördlich von Zadar wird die Küste flacher und sandiger, südlich davon ist sie felsiger und dichter besiedelt. Wer ein Haus mit Pool und großem Grundstück sucht, wird eher im Hinterland fündig als am Wasser - die Preise pro Quadratmeter Garten unterscheiden sich zwischen erster Reihe und fünf Kilometern Landeinwärts erheblich.
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Petrčane 12 km nördlich
Eine kleine Halbinsel mit altem Kiefernbestand, Kiesbuchten und einem Fischerhafen. Die Hanglagen oberhalb des Ortes sind in den letzten Jahren dicht mit Neubauten bebaut worden, viele davon mit Pool und Blick über den Kanal. Ruhig, ohne dass man aufs Auto völlig verzichten müsste.
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Kožino und Diklo 5 bis 9 km nördlich
Die beiden Vororte liegen bereits im Stadtgebiet und sind mit dem Stadtbus angebunden. Wasserzugang über Betonplatten und schmale Kiesstreifen, dazwischen Villen und ältere Wochenendhäuser. Praktisch für alle, die abends zu Fuß oder mit dem Bus in die Altstadt wollen.
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Zaton und Nin 15 bis 18 km nordwestlich
Hier beginnt die einzige größere Sandküste Dalmatiens. Nin liegt als Altstadtinsel in einer flachen Lagune, drum herum Salzgärten und Schlickflächen. Ferienhäuser stehen meist in den Neubaugebieten am Ortsrand, oft mit Pool, weil das Meer hier über weite Strecken nur knietief ist.
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Privlaka und Vir 20 bis 30 km nordwestlich
Sandige Untiefen, sehr warmes Wasser ab Anfang Juni und das mit Abstand günstigste Preisniveau der Region. Vir ist über einen Damm ans Festland angebunden und stark bebaut - wer Ruhe sucht, ist hier falsch, wer ein bezahlbares Haus mit Pool für eine große Familie sucht, richtig.
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Bibinje und Sukošan 7 bis 12 km südlich
Zwei gewachsene Küstendörfer, die inzwischen fast ineinander übergehen. In Sukošan liegt die Marina Dalmacija, eine der größten Yachthäfen der Adria. Kiesstrände, kurze Wege nach Zadar, viele Häuser in zweiter und dritter Reihe mit Meerblick über die Dächer.
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Sveti Filip i Jakov und Turanj 25 bis 30 km südlich
Der Übergang zur Riviera von Biograd. Flache Küste, lange Uferpromenade, viel Familienpublikum. Von hier sind es nur noch wenige Minuten bis zum Naturpark Vransko jezero, dem größten See Kroatiens.
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Hinterland: Poličnik, Debeljak, Galovac, Škabrnja 10 bis 25 km landeinwärts
Flaches Ackerland mit Weinbau und Olivenhainen, kaum Tourismus, dafür große Grundstücke. Für dasselbe Geld bekommt man hier ein freistehendes Haus mit Pool und 800 Quadratmeter Garten, für das man am Wasser das Doppelte zahlen würde. Der Preis dafür: Ohne Auto geht nichts.
Erste Reihe oder Hinterland?
Ein Haus direkt am Wasser klingt verlockend, hat an dieser Küste aber zwei Haken: Die Uferstreifen sind schmal, Nachbarhäuser stehen dicht, und die Küstenstraße verläuft oft genau zwischen Terrasse und Meer. Häuser fünf bis zehn Autominuten landeinwärts liegen dafür meist frei, haben größere Gärten und im Juli deutlich kühlere Nächte, weil der Stein weniger Wärme speichert.
Die Altstadt: 3.000 Jahre auf einer Halbinsel
Die Halbinsel ist so klein, dass man sie in einer knappen Stunde umrundet - und dabei an einer der dichtesten Ansammlungen von Baugeschichte der Adria vorbeikommt. Das Forum Romanum liegt offen im Stadtzentrum, Säulentrommeln und Bruchstücke einfach im Gras verteilt. Direkt daneben steht die Kirche des heiligen Donatus aus dem 9. Jahrhundert, ein zylindrischer Rundbau und das größte vorromanische Bauwerk Kroatiens. Ihre Akustik ist so ungewöhnlich, dass im Sommer regelmäßig Konzerte darin stattfinden; gebaut wurde sie in Teilen aus Steinen des römischen Forums, die man an den Inschriften im Fundament noch erkennt.
Die Kalelarga, offiziell Široka ulica, durchzieht die Halbinsel der Länge nach und ist seit römischer Zeit die Hauptachse. Am östlichen Ende, gleich neben dem Landtor, öffnet sich der Platz der fünf Brunnen. Er entstand 1574 über einer großen Zisterne, in die Wasser vom Vransko jezero geleitet wurde - eine Vorsorge für den Belagerungsfall, die Zadar bis zum Ende des 19. Jahrhunderts mit Trinkwasser versorgte. Heute ist der Platz eine Parkanlage.
Die beiden bekanntesten Bauwerke Zadars sind keine 25 Jahre alt - und stehen trotzdem in jedem Reiseführer.
Am westlichen Ende der Riva liegt die Meeresorgel: eine breite Steintreppe, unter der Rohre verschiedener Länge verlaufen. Wellen drücken Luft hinein, die Treppe klingt. Kein Ton wiederholt sich, weil kein Wellenschlag dem vorigen gleicht. Wenige Schritte weiter liegt der Gruß an die Sonne, ein 22 Meter breiter Kreis aus über 300 Glasplatten mit Solarzellen darunter, der nach Sonnenuntergang ein Lichtmuster in den Boden legt. Beide Installationen stammen vom Architekten Nikola Bašić und haben die Uferpromenade vom Durchgangsraum zum abendlichen Treffpunkt der ganzen Stadt gemacht.
Strände: Kies in der Stadt, Sand im Norden
Wer aus Österreich mit kleinen Kindern anreist, sollte die Entscheidung über den Standort vom Strandtyp abhängig machen - der Unterschied zwischen Nord und Süd ist in dieser Region größer als anderswo.
- Kolovare ist der Stadtstrand, zu Fuß von der Altstadt erreichbar. Feiner Kies, Betonplattformen, Bars, Duschen. Im Juli und August entsprechend voll.
- Borik und Puntamika im Nordwesten bilden die Hotelzone. Flach abfallender Kies, Liegestühle, Wassersport, im Rücken ein Kiefernwald.
- Zaton hat einen langen, flachen Sandstrand am Rand eines großen Feriendorfs - der bequemste Sandstrand der Region, wenn man kein Interesse an Einsamkeit hat.
- Der Königinstrand bei Nin ist der längste Sandstrand Kroatiens. Das Wasser bleibt über hunderte Meter hüfttief und ist entsprechend warm. Am Rand der Lagune liegt Heilschlamm, der seit Jahrzehnten gegen Rheuma und Hautbeschwerden genutzt wird.
- Sakarun auf Dugi otok gilt als schönster Sandstrand Norddalmatiens: weißer Sand, türkises Flachwasser, Pinienwald als Schattenspender. Erreichbar per Fähre und Auto oder mit dem Ausflugsboot ab Zadar - als Tagesausflug lohnend, als tägliches Badeziel zu weit.
Anreise ab Österreich
Zadar ist die am bequemsten erreichbare dalmatinische Stadt. Von Graz sind es 453 Kilometer über Maribor, Zagreb und die A1 - reine Fahrzeit rund vier Stunden 40 Minuten. Ab Wien werden daraus 640 Kilometer und gut sechs Stunden. Die Autobahn endet praktisch am Ziel: Die Ausfahrt Zadar 1 (Posedarje) führt über die Maslenica-Brücke direkt an die Küste, die Ausfahrt Zadar 2 (Zadar istok) liegt näher am Stadtgebiet und ist für die südlichen Orte die bessere Wahl.
| Position | Detail | Kosten |
|---|---|---|
| Vignette Österreich | 10-Tages-Vignette, Pkw | 12,80 € |
| Vignette Slowenien | 7 Tage, Klasse 2A (bis 1,3 m Höhe) | 16,00 € |
| Maut Kroatien | A1 Zagreb - Zadar centar, Pkw (Kategorie I) | 17,60 € |
| Maut Kroatien | A1 Zagreb - Zadar istok, Pkw (Kategorie I) | 18,20 € |
| Flughafenbus | Liburnija, Flughafen - Busbahnhof | 3,35 € |
Der Flughafen Zadar liegt bei Zemunik, rund 13 Kilometer vom Zentrum. Der Bus der Liburnija braucht 20 bis 25 Minuten in die Stadt. Für Mietwagenurlauber ist die Lage ideal: Man steht binnen weniger Minuten auf der Autobahn und erreicht jeden Ort der Region ohne Umweg durch die Innenstadt.
Der Fährhafen Gaženica südlich der Stadt hat den alten Hafen an der Altstadt für Autofähren abgelöst. Nach Preko auf Ugljan dauert die Überfahrt rund 25 Minuten, nach Brbinj auf Dugi otok etwa anderthalb Stunden. Weiter nördlich verbindet eine Linie Zadar über Ist, Olib und Silba mit Mali Lošinj - eine der schönsten Langsamverbindungen der Adria.
Grenze und Reisezeit
Der Engpass auf der Fahrt nach Dalmatien ist nicht die Strecke, sondern der Grenzübergang Bregana zwischen Slowenien und Kroatien. An Samstagvormittagen im Juli und August sind zwei Stunden Wartezeit keine Seltenheit. Wer früh am Freitagabend oder nach Mitternacht fährt, spart oft mehr Zeit als durch jede Routenoptimierung.
Ausflüge: vier Nationalparks in Reichweite
Kaum eine andere Basis an der Adria hat so viele Schutzgebiete in Tagesausflugsentfernung. Der Nationalpark Paklenica beginnt in Starigrad, rund 46 Kilometer und knapp 50 Minuten nördlich. Zwei Schluchten - Velika und Mala Paklenica - schneiden senkrecht in die Südflanke des Velebit; 150 bis 200 Kilometer Wege führen von der Küste bis auf den Vaganski vrh in 1.757 Metern Höhe. Der Aufstieg zur Tropfsteinhöhle Manita peć dauert vom Parkplatz rund anderthalb Stunden und ist auch mit größeren Kindern machbar.
Der Nationalpark Krka mit den Wasserfällen von Skradinski buk liegt etwa 76 Kilometer entfernt, gut eine Autostunde. Die Kornaten, ein Archipel aus nahezu vegetationslosen Kalksteininseln, werden per Ausflugsboot angefahren - Abfahrten gibt es unter anderem ab Zadar, Biograd und Murter. Plitvice liegt weiter im Landesinneren und ist als Tagestour anstrengend, aber machbar.
Näher und unterschätzt: Die Inseln Ugljan und Pašman sind über die Fähre nach Preko und eine Brücke zwischen beiden Inseln verbunden. Man kann morgens übersetzen, die ganze Inselkette abfahren und abends zurück sein - Olivenhaine, kleine Häfen, kaum Verkehr.
Beste Reisezeit und Preisniveau
Die Badesaison beginnt in dieser Region früher als weiter südlich, weil die flachen Buchten bei Nin, Privlaka und Zaton sich schnell erwärmen. Ende Mai ist das Wasser dort bereits badetauglich, während es an tiefen Felsküsten noch frisch bleibt. Juli und August bringen zuverlässig heißes, trockenes Wetter - und die höchsten Preise des Jahres, oft das Zweieinhalbfache der Nebensaison.
Für Ferienhausurlaub sind Anfang Juni und die erste Septemberhälfte die stärksten Wochen: warmes Meer, moderate Temperaturen, freie Parkplätze in der Altstadt und Preise, die deutlich unter dem Hochsommer liegen. Ab Oktober kann die Bora einsetzen, ein trockener Fallwind vom Velebit, der über den Kanal fegt und die Fähren nach Dugi otok zeitweise stoppt.
Die Aufenthaltstaxe legt jede Gemeinde selbst fest; an der Adria liegt sie in der Hauptsaison meist bei rund 1,50 Euro pro Person und Nacht, für Kinder und Jugendliche ermäßigt. Sie wird bei privat vermieteten Häusern in der Regel vor Ort bar kassiert und ist im Mietpreis selten enthalten - ebenso wie Endreinigung und Kaution, die zusammen schnell 200 bis 400 Euro ausmachen.
Häufige Fragen
Gibt es Ferienhäuser in Zadar selbst?
In der Altstadt praktisch nicht - dort gibt es Wohnungen und Apartments in historischen Gebäuden. Freistehende Häuser mit Garten und Pool stehen in den Vororten Diklo, Kožino und Bibinje sowie in den Orten der Umgebung und im Hinterland.
Wie lange dauert die Fahrt von Österreich nach Zadar?
Ab Graz rund 453 Kilometer und etwa vier Stunden 40 Minuten reine Fahrzeit, ab Wien rund 640 Kilometer und gut sechs Stunden. Dazu kommen Pausen und im Hochsommer Wartezeiten am Grenzübergang Bregana.
Wo gibt es bei Zadar Sandstrände?
Nördlich der Stadt: der Königinstrand bei Nin, die Bucht von Zaton sowie die flachen Untiefen bei Privlaka und Vir. In Zadar selbst und südlich davon überwiegen Kies und Betonplattformen.
Braucht man in Zadar ein Auto?
In den Vororten Diklo und Kožino kommt man mit dem Stadtbus aus. Für alle anderen Orte und für Ausflüge zu den Nationalparks ist ein Auto praktisch unverzichtbar - der öffentliche Verkehr im Umland ist auf Pendler ausgerichtet, nicht auf Urlauber.
Lohnt sich ein Haus mit Pool, wenn das Meer so nah ist?
Im Hinterland ja, an der Küste kommt es darauf an. Wer im Juli mit Kindern reist, schätzt den Pool an den Nachmittagen, wenn die Strände voll sind und die Hitze über 33 Grad steigt. Direkt am Wasser mit eigenem Zugang zur Bucht ist er dagegen selten den Aufpreis wert.
Verwendete Quellen
- Hrvatske autoceste, Mauttarife A1 (hac.hr)
- ASFINAG, Vignettenpreise 2026 (asfinag.at)
- ÖAMTC, Preise der slowenischen E-Vignette (oeamtc.at)
- Nationalpark Paklenica, Wege und Gipfel (np-paklenica.hr)
- Tourismusverband Zadar (zadar.travel)