Süddalmatien beginnt am Delta der Neretva und endet an der montenegrinischen Grenze bei Prevlaka. Dazwischen liegt der schmalste Teil Kroatiens: An manchen Stellen sind es keine zehn Kilometer zwischen Meer und Staatsgrenze. Genau diese Enge hat die Region geprägt - eine Halbinsel voller Weinberge, ein Streifen Küste mit einer Stadtrepublik, die jahrhundertelang eigenständig blieb, und vier Inselgruppen davor. Was hier bis vor Kurzem noch dazugehörte, war die Grenzkontrolle mitten auf der Fahrt. Seit 2022 fällt sie weg.
Die Brücke, die alles verändert hat
Bis Juli 2022 war Süddalmatien vom übrigen Kroatien durch fremdes Staatsgebiet getrennt: Bei Neum reicht Bosnien und Herzegowina auf wenigen Kilometern ans Meer, und jede Fahrt nach Dubrovnik bedeutete zwei zusätzliche Grenzübertritte - hin und zurück. An Sommerwochenenden konnte das Stunden kosten.
Am 26. Juli 2022 wurde die Pelješac-Brücke eröffnet. Sie überspannt auf 2.404 Metern die Bucht von Mali Ston und führt vom Festland bei Komarna auf die Halbinsel Pelješac; von dort verläuft die Straße über eine acht Kilometer lange Umfahrung von Ston weiter nach Süden. Für den Ferienhausurlaub im Süden heißt das: keine Pässe für Kinder mehr nötig, keine Grüne Karte für Bosnien, keine Wartezeit an zwei Kontrollpunkten. Süddalmatien ist damit deutlich näher gerückt, auch wenn die Kilometerzahl gleich geblieben ist.
Die Teile der Region
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Neretva-Delta Opuzen, Metković, Ploče
Ein Schwemmland aus Kanälen, Feldern und Mandarinenplantagen - die grünste Landschaft der ganzen Küste und ein völliger Kontrast zum Karst ringsum. Bootstouren durch die Kanäle sind ein beliebter Ausflug, Ferienhäuser gibt es hier kaum.
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Halbinsel Pelješac Ston bis Lovište
Siebzig Kilometer lang, an der schmalsten Stelle wenige hundert Meter breit. Auf der Südseite ziehen sich die steilsten Weinberge Kroatiens den Hang hinunter - die Lagen Dingač und Postup gehören zu den bekanntesten des Landes. In Ston steht eine mittelalterliche Mauer, die die Halbinsel absperrt, daneben liegen Salzgärten, die bis heute in Betrieb sind. In der Bucht von Mali Ston werden Austern gezüchtet.
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Dubrovnik und Umgebung Slano bis Cavtat
Die Stadt selbst ist eng, teuer und im Sommer sehr voll. Die Ferienhäuser stehen davor und dahinter: in Župa dubrovačka mit Mlini und Srebreno, in Cavtat südlich des Flughafens und in den Dörfern der Küste Richtung Slano.
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Konavle südlichster Zipfel
Ein fruchtbares Tal zwischen Bergkette und Meer, mit Weinbau, Olivenhainen und Steindörfern. Hier stehen die meisten Häuser mit Pool der Region, oft auf großen Grundstücken. Zum Strand bei Cavtat oder Molunat sind es zehn bis zwanzig Minuten.
Vier Inselgruppen
Korčula ist die größte und am dichtesten besiedelte. Ihre Altstadt ist im Fischgrätmuster angelegt: Die Gassen der Ostseite verlaufen leicht gebogen, um die Bora zu brechen, die der Westseite gerade, damit der Maestral durchziehen kann. Erreichbar ist sie am schnellsten über die kurze Fährverbindung von Orebić auf Pelješac.
Mljet gilt als die waldreichste Insel der Adria. Ihr westliches Drittel ist Nationalpark - mit zwei über einen schmalen Kanal mit dem Meer verbundenen Salzwasserseen und einem Inselchen im größeren der beiden, auf dem ein altes Benediktinerkloster steht. Lastovo liegt am weitesten draußen und war bis 1989 militärisches Sperrgebiet, entsprechend unverbaut ist sie geblieben. Die Elaphiten - vor allem Koločep, Lopud und Šipan - liegen direkt vor Dubrovnik und sind autofrei; Fähren und Schnellboote verkehren mehrmals täglich.
Auf Lopud und Koločep gibt es keine Autos - das macht sie zu den entspanntesten Tagesausflügen der ganzen Küste.
Wein, Austern und Salz
Süddalmatien ist die wichtigste Weinregion Kroatiens. Aus der Rebsorte Plavac mali entstehen auf den heißen Südhängen von Pelješac die kräftigsten Rotweine des Landes; die Lagen Dingač und Postup sind so steil, dass die Trauben teils per Seilzug ins Tal transportiert werden. Auf Korčula wachsen mit Pošip und Grk zwei eigene weiße Sorten, die es fast nirgends sonst gibt.
Dazu kommen die Austern von Mali Ston, die in der geschützten Bucht zwischen Festland und Pelješac gezüchtet werden, und das Salz aus den Salzgärten von Ston, wo seit dem Mittelalter nach demselben Verfahren geerntet wird. Wer im Süden ein Ferienhaus mietet, sollte mindestens einen Tag für die Strecke Ston - Orebić einplanen: Weingut, Austernfarm, Salzgarten und Fährhafen liegen alle an derselben Straße.
Anreise: die längste Fahrt
Süddalmatien ist ab Österreich das am weitesten entfernte Ziel dieser Küste. Die A1 endet südlich von Ploče, danach geht es auf der Küstenstraße D8 weiter - kurvig, landschaftlich beeindruckend und deutlich langsamer als Autobahn. Die Maut von Zagreb bis zur Ausfahrt Vrgorac beträgt für einen Pkw der Kategorie I 32,60 Euro.
Fliegen ist hier oft die bessere Wahl
Der Flughafen Dubrovnik liegt bei Čilipi im Konavle-Tal, also mitten im Ferienhausgebiet des Südens. Wer nur eine Woche bleibt, verliert mit dem Auto zwei volle Reisetage. Mietwagen ist trotzdem sinnvoll: Ohne Auto sind Konavle, Pelješac und die Weingüter kaum zu erreichen.
Klima und Reisezeit
Der Süden ist der wärmste Teil Kroatiens - und der einzige, in dem auch der Winter mild bleibt. Die Badesaison reicht von Mitte Mai bis weit in den Oktober, das Meer kühlt spät aus. Im Gegenzug wird es im Juli und August in der Altstadt von Dubrovnik unangenehm heiß, weil der helle Stein die Wärme speichert und der Wind zwischen den Mauern nicht durchkommt.
Die besten Wochen für einen Ferienhausurlaub liegen deshalb im Juni und im September. Wer wegen Wein und Küche kommt, sollte den Oktober prüfen: Lese und Olivenernte fallen zusammen, die Temperaturen sind angenehm, und die Preise haben sich halbiert.
Häufige Fragen zu Süddalmatien
Braucht man für die Fahrt nach Dubrovnik noch Pässe wegen Bosnien?
Nein. Seit der Eröffnung der Pelješac-Brücke im Juli 2022 führt eine durchgehend kroatische Route in den Süden. Wer die alte Strecke über Neum fährt - sie ist etwas kürzer -, verlässt weiterhin die EU und braucht dafür Ausweise für alle Mitreisenden und eine gültige Versicherungsbestätigung fürs Fahrzeug.
Ist Dubrovnik als Standort zu empfehlen?
Als Standort für ein Ferienhaus selten. In der Altstadt gibt es nur Wohnungen, Parken ist teuer und knapp, und im Hochsommer treffen mehrere Kreuzfahrtschiffe am selben Tag ein. Angenehmer wohnt man in Konavle, Cavtat oder Župa dubrovačka und fährt für einen Vormittag hinein - am besten früh, bevor die Tagesgäste kommen.
Wie kommt man auf die Elaphiten?
Mit der Linienfähre ab dem Hafen Gruž in Dubrovnik nach Koločep, Lopud und Šipan, dazu gibt es private Schnellboote. Koločep und Lopud sind autofrei, auf Šipan gibt es eine Straße zwischen den beiden Orten. Für einen Tagesausflug reicht die Linienfähre, für die Übernachtung sollte man den letzten Rückweg des Tages im Blick behalten.
Lohnt sich die Weinstraße auf Pelješac?
Ja, aber mit Fahrer. Zwischen Ston und Orebić liegen die Lagen Dingač und Postup, viele Güter haben eine Verkostung ohne Voranmeldung. Die Straße durch die Weinberge ist eng und kurvig, und die Verkostungsmengen sind großzügig - Bus, Taxi oder eine Person, die nicht mittrinkt, sind die vernünftigere Lösung.
Wie heiß wird es im Sommer?
Süddalmatien ist der wärmste Teil des Landes. In der Altstadt von Dubrovnik staut sich die Hitze zwischen den Mauern besonders, und Werte über 35 Grad sind im Juli und August normal. In Konavle und auf Pelješac ist es durch die Höhenlage und den Seewind erträglicher. Eine Klimaanlage sollte im Mietvertrag stehen, nicht nur auf den Fotos zu sehen sein.
Verwendete Quellen
- Europäische Kommission zur Eröffnung der Pelješac-Brücke am 26. Juli 2022 (ec.europa.eu)
- Nationalpark Mljet (np-mljet.hr)
- Hrvatske autoceste, Mauttarife A1 (hac.hr)