Die Makarska Riviera ist der schmalste Urlaubsstreifen Kroatiens. Zwischen der Küstenlinie und der Felswand des Biokovo liegen an vielen Stellen keine dreihundert Meter - alles, was hier gebaut wurde, klammert sich an einen steilen Hang. Genau das macht die Gegend so unverwechselbar: Von der Liege aus blickt man auf eine Gebirgskante, die über 1.700 Meter aufragt, und das Wasser vor dem Kies fällt schon nach wenigen Metern tief ab.
Die Orte von Nord nach Süd
Rund sechzig Kilometer Küste zwischen Brela und Gradac, unterbrochen nur von Tunneln und Felsvorsprüngen. Die Orte unterscheiden sich weniger im Landschaftsbild als in Größe und Betrieb.
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Brela nördlicher Anfang
Der Strand Punta Rata mit dem freistehenden Felsen im Wasser ist das meistfotografierte Motiv der Riviera. Der Ort selbst zieht sich weit den Hang hinauf, die Uferpromenade verläuft unter alten Kiefern. Ruhiger und teurer als der Rest.
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Baška Voda und Promajna Familienecke
Breitere Kiesstrände als anderswo, flacher Einstieg, viel Gastronomie an der Promenade. Baška Voda liegt außerdem am Ausgang des Sveti-Ilija-Tunnels, ist also von der Autobahn am schnellsten erreicht.
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Makarska Zentrum
Die einzige Stadt der Riviera, mit Hafen in einer halbrunden Bucht, Markt, Klosterkirche und dem längsten Strand des Abschnitts unter einem Kiefernwald. Abends der belebteste Ort weit und breit.
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Tučepi und Podgora südlich von Makarska
Tučepi hat den längsten durchgehenden Strand der Riviera, Podgora einen gewachsenen Fischerhafen und Ortsteile weit oben am Hang. Beide sind ruhiger als Makarska, aber gut versorgt.
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Igrane, Živogošće, Drvenik mittlerer Süden
Kleine Orte in Buchten, teils nur wenige hundert Meter breit. Von Drvenik geht die Fähre nach Sućuraj auf Hvar - die kürzeste Verbindung zur Insel.
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Zaostrog, Podaca, Gradac südlicher Abschluss
Hier wird die Küste flacher und die Riviera endet. Gradac hat mit der Gornja Vala den längsten Strand des gesamten Abschnitts, dazu Blick auf die Halbinsel Pelješac. Preislich der günstigste Teil.
Der Naturpark Biokovo
Das Gebirge im Rücken ist mehr als Kulisse. Eine schmale, kurvenreiche Panoramastraße führt vom Küstenort Makarska aus in den Naturpark hinauf; oben wechselt die Vegetation innerhalb weniger Kilometer von mediterraner Macchia zu Karstweide. Auf der Höhe steht seit einigen Jahren die Nebeska šetnica, ein Aussichtssteg mit Glasboden über einer 1.228 Meter hohen Felswand - bei klarer Sicht reicht der Blick über die Inseln Brač und Hvar bis nach Italien.
Die Auffahrt ist nichts für Nervöse: einspurige Abschnitte, Gegenverkehr, kein Leitplankenluxus. Die Zufahrt wird kontingentiert, ein Zeitfenster muss vorab gebucht werden. Wer lieber zu Fuß geht: Vom Hinterland der Orte führen markierte Wege hinauf, die im Sommer allerdings ab dem späten Vormittag glühend heiß sind.
Kein anderer Küstenabschnitt Kroatiens bringt Meer und Hochgebirge so nah zusammen.
Strände: heller Kies, tiefes Wasser
Die Riviera hat den einheitlichsten Strandtyp des Landes: weißer, feiner Kies, der sich unter Pinien bis ans Wasser zieht, und ein Grund, der zügig abfällt. Für Schwimmer ist das ideal - man ist nach drei Schritten im Tiefen. Für Kleinkinder ist es weniger geeignet als etwa die Sandküste bei Nin.
- Punta Rata in Brela - schmal, von Kiefern gesäumt, mit dem markanten Fels davor.
- Der Stadtstrand von Makarska - über einen Kilometer lang, durchgehend beschattet, mit Bars und Verleihstationen.
- Tučepi - der längste durchgehende Streifen der Riviera, mit breiter Promenade dahinter.
- Gornja Vala in Gradac - flacher als der Rest und deutlich weniger frequentiert.
Schatten ist an dieser Küste das eigentliche Gut. Die Kiefernreihen hinter den Stränden sind vielerorts alt und dicht - wer im Juli hierherkommt, sollte einen Ort mit Baumbestand wählen und nicht die neu erschlossenen Abschnitte ohne Bewuchs.
Was man hier für Ferienhäuser wissen sollte
Der Hang bestimmt alles. Häuser in erster Reihe sind selten und teuer, der Normalfall ist eine Lage 50 bis 200 Höhenmeter über dem Wasser mit weitem Blick - und einer Zufahrt, die steil und eng ist. Wer mit einem großen Fahrzeug oder Wohnmobil anreist, sollte die Zufahrt vorab auf dem Kartendienst ansehen.
Der zweite Punkt: Zwischen Haus und Strand liegen fast immer Treppen. „Fünf Minuten zum Meer" heißt an der Makarska Riviera oft fünf Minuten bergab und fünfzehn zurück. Für Familien mit Kinderwagen oder ältere Mitreisende ist das ein echtes Kriterium.
Pool oder nicht?
Hier lohnt ein Pool weniger als im Hinterland von Zadar oder Istrien, weil das Meer direkt unterhalb liegt und in wenigen Metern Entfernung schon Schwimmtiefe hat. Wichtiger sind Schatten auf der Terrasse und eine funktionierende Klimaanlage - der helle Fels strahlt die Hitze bis in die Nacht zurück.
Anreise
Von der A1 gibt es zwei Zugänge. Die Ausfahrt Zagvozd führt durch den Sveti-Ilija-Tunnel direkt hinunter nach Baška Voda - das ist der schnellste Weg für den nördlichen und mittleren Teil. Für den Süden ab Drvenik nimmt man die Ausfahrt Ravča oder Vrgorac; die Maut ab Zagreb liegt dort bei 32,60 Euro für einen Pkw der Kategorie I.
Die Alternative ist die Küstenstraße D8 ab Omiš: landschaftlich die schönste Anfahrt der ganzen Küste, aber im Sommer zäh, weil sie durch jeden Ort führt. Für die Anreise mit Gepäck ist der Tunnel die bessere Wahl, für einen Ausflugstag die Küstenstraße.
Von Drvenik setzt die Fähre nach Sućuraj auf Hvar über - die kürzeste Inselverbindung Mitteldalmatiens. Sie eignet sich gut für einen Tagesausflug, führt allerdings auf die dünn besiedelte Ostspitze der Insel; bis Hvar-Stadt sind es von dort noch gut anderthalb Stunden Fahrt über einen schmalen Bergrücken.
Häufige Fragen zur Makarska Riviera
Welcher Ort passt zu welchem Urlaub?
Baška Voda und Promajna für Familien, weil die Strände breiter und flacher sind. Makarska für alle, die abends etwas los haben wollen. Brela und Tučepi für ruhige Tage unter alten Kiefern. Gradac und Podaca für ein knappes Budget - dort liegen die Preise spürbar unter dem Rest der Riviera.
Ist der Kies für Kinder geeignet?
Bedingt. Der Kies selbst ist fein und angenehm, aber der Grund fällt an den meisten Stränden schnell ab - nach wenigen Schritten steht man nicht mehr. Für Kleinkinder sind die flacheren Abschnitte in Baška Voda, Tučepi und Gradac die bessere Wahl. Badeschuhe gehören überall dazu.
Wie kommt man auf den Biokovo?
Mit dem eigenen Auto über die Panoramastraße ab Makarska, mit vorab gebuchtem Zeitfenster. Die Strecke ist einspurig, kurvig und ohne durchgehende Leitplanken - wer damit nicht zurechtkommt, nimmt eine geführte Tour im Kleinbus. Zu Fuß führen markierte Wege aus den Küstenorten hinauf, die man im Sommer aber vor Sonnenaufgang beginnen sollte.
Wie weit ist es nach Split oder Dubrovnik?
Split liegt je nach Ort 60 bis 100 Kilometer nördlich, über die Küstenstraße rund anderthalb Stunden. Bis Dubrovnik sind es von Makarska aus gut zweieinhalb Stunden über die Pelješac-Brücke - als Tagesausflug lang, aber machbar, wenn man früh startet.
Wann ist die beste Reisezeit?
Juni und September. Im Juli und August wird die schmale Küstenstraße zum Nadelöhr, die Strände füllen sich früh, und der helle Fels gibt die Hitze bis in die Nacht ab. Im Juni ist das Wasser bereits warm, im September noch - beide Monate ohne den Andrang der Hochsaison.
Verwendete Quellen
- Naturpark Biokovo, Skywalk über der 1.228 Meter hohen Wand (pp-biokovo.hr)
- Hrvatske autoceste, Mauttarife A1 (hac.hr)
- Tourismusverband Makarska (makarska-info.hr)