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Karge weiße Karstlandschaft mit Trockenmauern auf der Insel Pag

Insel · Norddalmatien

Ferienhäuser auf der Insel Pag

Eine Insel, die auf der einen Seite wie eine Steinwüste aussieht und auf der anderen wie ein Pinienwald - dazu Schafkäse, Salz, Spitzenklöppelei und die lauteste Bucht des Landes.

Brücke im SüdenFähre Prizna - ŽigljenPaški sirZrće und stille Buchten

Pag ist die kroatische Insel, über die sich die Meinungen am weitesten auseinanderziehen. Die einen sehen eine kahle, gleißend helle Steinlandschaft ohne Baum und Schatten und fahren weiter. Die anderen kommen jedes Jahr wieder - wegen des Käses, der Buchten im Norden, der Ruhe abseits der Hauptstraße und weil man hier für sein Geld mehr Haus bekommt als anderswo. Beide haben recht, sie beschreiben nur unterschiedliche Teile derselben Insel.

Warum Pag so aussieht, wie es aussieht

Die Insel liegt genau in der Windschneise des Velebit. Wenn die Bora vom Gebirge herunterfällt, trifft sie ungebremst auf die Ostflanke und trägt feinen Meersalzstaub über das Land. Dort wächst nur, was Salz und Trockenheit aushält: Salbei, Thymian, wilder Fenchel, harte Gräser zwischen Steinen. Kilometerlange Trockenmauern durchziehen die Hänge, dazwischen ziehen Schafe.

Die Westseite und der Norden sind eine andere Welt. Rund um Novalja und auf der Halbinsel Lun liegen Kiefernwälder, Feigen und Olivenhaine - in Lun stehen jahrhundertealte, teils wild gewachsene Olivenbäume, die zu den ältesten der Adria gezählt werden.

Die Bora ist auf Pag kein Wetterphänomen, sondern der Grund für Landschaft, Käse und Wirtschaft.

Die Orte

  • Pag-Stadt Inselmitte, Südseite

    Der historische Kern der Insel, im 15. Jahrhundert planmäßig angelegt, mit rechtwinkligem Straßenraster und einem zentralen Platz. Daneben liegen die Salinen, eine der ältesten Salzgewinnungsanlagen der Adria, und die Bucht von Pag mit sehr flachem Wasser. Hier wird auch die Pager Spitze geklöppelt, seit 2009 immaterielles Kulturerbe der UNESCO.

  • Novalja Nordwesten

    Der größte Ferienort der Insel, mit langer Promenade, Hafen und guter Versorgung. Wenige Kilometer entfernt liegt Zrće, eine Kiesbucht mit mehreren großen Clubs, die von Mai bis September durchgehend Betrieb hat. Wer Ruhe sucht, sollte Novalja im Sommer meiden - wer sie sucht, ist genau richtig.

  • Lun und die Nordspitze äußerster Norden

    Der stillste Teil der Insel. Alte Olivenhaine, kleine Kiesbuchten, Blick auf Rab, das nur einen Kanal entfernt liegt. Von Tovarnele setzt eine kleine Fähre nach Rab über.

  • Šimuni, Mandre und Kolan Westküste

    Ruhige Orte mit Pinien, kleinen Häfen und einem großen Campingplatz bei Šimuni. Kolan im Inselinneren ist das Zentrum der Käseproduktion - dort haben mehrere Betriebe Verkauf und Verkostung.

  • Povljana und Vlašići Südspitze

    Der Teil der Insel, der am schnellsten von der Brücke aus erreicht ist. Flache Sandbuchten, ein Salzsee mit Heilschlamm bei Povljana und ein Vogelschutzgebiet. Für Familien mit kleinen Kindern der geeignetste Abschnitt.

Käse, Salz und Lamm

Der Paški sir ist das bekannteste Lebensmittel Kroatiens. Die kleinen, zähen Inselschafe geben wenig Milch, und sie fressen Kräuter, die von der Bora mit einer feinen Salzschicht überzogen sind - das Ergebnis ist ein harter, kräftig-würziger Schafskäse, der lange reift. Verkauft wird er direkt bei den Betrieben rund um Kolan; im Supermarkt kostet er ein Vielfaches dessen, was man auf dem Hof zahlt.

Aus derselben Landschaft kommt das Paška janjetina, das Lamm der Insel, das ebenfalls einen deutlich salzigeren, kräftigeren Geschmack hat als Lamm vom Festland. Und die Salinen von Pag gewinnen bis heute Meersalz in flachen Becken - eine Anlage, die seit dem Mittelalter in Betrieb ist und die Insel jahrhundertelang wohlhabend gemacht hat.

Anreise: Brücke oder Fähre

Pag ist von zwei Seiten erreichbar, und die Wahl entscheidet über eine Stunde Fahrzeit.

Zufahrten nach Pag
WegVon woSinnvoll für
Paška-BrückeFestland bei Ražanac, Abzweig von der KüstenstraßePag-Stadt, Povljana, Vlašići, Šimuni - und für alle, die aus Richtung Zadar kommen
Fähre Prizna - ŽigljenVelebit-Küste nördlich von KarlobagNovalja, Lun, Zrće - und für alle, die von Norden anreisen
Fähre Tovarnele - RabNordspitze der InselTagesausflug oder Weiterreise nach Rab

Die Fähre Prizna - Žigljen ist eine kurze Überfahrt mit dichtem Takt, kann aber bei starker Bora ausgesetzt werden - dann bleibt nur der lange Umweg über die Brücke im Süden. Wer im Herbst oder Frühjahr anreist, sollte das einkalkulieren.

Wo das Ferienhaus stehen sollte

  • Mit kleinen Kindern: Povljana oder Vlašići im Süden - flaches, schnell warmes Wasser und sandige Abschnitte.
  • Für Ruhe: Lun, Novalja-Umland oder Metajna. Metajna liegt unter einer kahlen Steilwand und ist über eine spektakuläre Serpentinenstraße erreichbar.
  • Für Nachtleben: Novalja - alles andere bedeutet nächtliche Autofahrten oder Taxikosten.
  • Für Preisbewusste: die Dörfer im Inselinneren um Kolan und Dinjiška. Hier ist das Preisniveau das niedrigste in ganz Norddalmatien.

Schatten ist knapp

Auf großen Teilen der Insel gibt es keinen natürlichen Schatten. Wer im Juli oder August ein Haus mietet, sollte auf eine überdachte Terrasse, funktionierende Klimaanlage und - falls vorhanden - Bäume am Grundstück achten. Ein Pool ohne Beschattung ist am Nachmittag kaum nutzbar, weil das Wasser sich stark aufheizt und der Rand zu heiß zum Betreten wird.

Was von Pag aus in Reichweite liegt

Die Insel liegt an einer strategisch günstigen Stelle: Von der Brücke im Süden ist man in einer knappen Stunde in Zadar, von Novalja aus über die Fähre schnell an der Velebit-Küste. Der Nationalpark Paklenica mit seinen Schluchten liegt gut eine Stunde entfernt, der Naturpark Velebit direkt gegenüber auf dem Festland. Nach Rab setzt von der Nordspitze bei Tovarnele eine Fähre über - eine Insel, die landschaftlich das genaue Gegenteil von Pag ist, mit Pinienwald und Sandbuchten.

Auf der Insel selbst ist die Straße von Novalja nach Metajna ein Erlebnis für sich: Serpentinen durch eine völlig vegetationslose Steinlandschaft, mit Blick auf den Velebit-Kanal. Für Fotografen ist das späte Nachmittagslicht dort das beste Motiv der ganzen Insel.

Häufige Fragen zu Pag

Ist Pag nur etwas für Partyurlaub?

Nein - das gilt für Zrće und in gewissem Maß für Novalja im Hochsommer. Der Süden um Povljana, die Westküste bei Šimuni und Mandre und der Norden um Lun sind ausgesprochen ruhig. Zwischen Zrće und einer stillen Bucht im Süden liegen vierzig Kilometer.

Gibt es auf Pag Sandstrände?

Einige, vor allem im Süden bei Povljana und in der flachen Bucht von Pag. Die meisten Strände sind aber Kies oder Fels. Wer Sand zur Bedingung macht, ist auf dem gegenüberliegenden Festland bei Nin und Privlaka besser aufgehoben.

Wie stark stört die Bora?

Im Hochsommer selten. Von Oktober bis April kann sie tagelang wehen, dann werden die Fähre Prizna - Žigljen und zeitweise auch die Brücke für hohe Fahrzeuge gesperrt. Wer außerhalb der Saison fährt, sollte den Wetterbericht der kroatischen Wetterdienste prüfen, bevor er losfährt.

Wo kauft man den Käse am besten?

Direkt bei den Produzenten rund um Kolan. Mehrere Betriebe haben Verkaufsräume mit Verkostung. Der Preisunterschied zum Supermarkt ist erheblich, und man bekommt Käse in unterschiedlichen Reifegraden - der lange gereifte ist deutlich kräftiger als die junge Variante.

Lohnt sich Pag in der Nebensaison?

Im Mai und September ja - dann ist es warm, die Insel leer und das Licht auf dem hellen Karst ungewöhnlich. Im Winter dagegen ist Pag rau: viel Wind, wenig geöffnet, kaum Betrieb außerhalb von Pag-Stadt und Novalja.

Verwendete Quellen

Gegenüber auf dem Festland

Zadar liegt eine knappe Autostunde von der Paška-Brücke entfernt - mit Sandstränden bei Nin und vier Nationalparks in Reichweite.

Zadar und Umgebung