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Die kahlen Kalksteininseln der Kornaten aus der Luft

Region

Ferienhäuser in Norddalmatien

Zwischen dem Velebit-Kanal und der Mündung der Krka liegt der Landesteil mit den meisten Schutzgebieten, der zerklüftetsten Inselwelt und den einzigen nennenswerten Sandstränden Kroatiens.

Zadar und ŠibenikDrei NationalparksSandstrände bei NinKornaten und Krka

Norddalmatien beginnt dort, wo der Velebit steil ins Meer abbricht, und endet an der Mündung der Krka bei Šibenik. Dazwischen liegen zwei Städte mit römischem beziehungsweise venezianischem Kern, ein vorgelagerter Inselgürtel aus kahlem Kalkstein und mehr Schutzgebiete als in jedem anderen Landesteil. Für den Ferienhausurlaub bedeutet das: kurze Wege zu sehr unterschiedlichen Tagen - Wandern in der Schlucht, Wasserfälle, Segeln zwischen unbewohnten Inseln, Baden im Flachwasser.

Was die Region von ihren Nachbarn unterscheidet

Wer aus Istrien oder der Kvarner Bucht kommt, bemerkt zuerst die Kargheit. Der Velebit hält die Wolken vom Landesinneren ab, das Wasser versickert im Karst, und was bleibt, ist ein heller, steiniger Landstrich mit Macchia, Feigen und Weinstöcken in Mulden. Die Inseln davor sehen aus wie in die See gestreute Steinrücken - die Kornaten sind so vegetationsarm, dass sie aus der Luft eher an eine Mondlandschaft als an eine Mittelmeerküste erinnern.

Das zweite Kennzeichen ist der Inselgürtel. Ugljan, Pašman, Dugi otok, Murter und die vorgelagerten Kornaten liegen so dicht vor der Küste, dass sie eine geschlossene Barriere bilden. Der Seegang bleibt dahinter gering, das Wasser ist ruhig, und Segler finden auf engem Raum Dutzende geschützter Buchten. Was fehlt, ist die dramatische Steilküste Mitteldalmatiens - Norddalmatien ist flacher, weiter, offener.

Nirgendwo sonst an der Adria liegen drei Nationalparks und zwei Naturparks so dicht beieinander.

Die fünf Küstenabschnitte

  • Riviera von Zadar Privlaka bis Bibinje

    Der bevölkerungsreichste Abschnitt, mit der einzigen größeren Stadt der Region als Zentrum. Nördlich davon die Sandküste bei Nin und Zaton, südlich die gewachsenen Dörfer Bibinje und Sukošan. Gute Infrastruktur, Flughafen und Fährhafen vor Ort, entsprechend viele Häuser mit Pool im Hinterland.

  • Riviera von Biograd Sveti Filip i Jakov bis Pakoštane

    Flach, familienfreundlich und deutlich ruhiger als Zadar. Biograd na Moru war im 11. Jahrhundert kurzzeitig Krönungsstadt kroatischer Könige, heute ist es vor allem ein Segelrevier mit zwei großen Marinas. Zwischen Küste und Vransko jezero verläuft ein schmaler Landstreifen, auf dem sich Meer und See fast berühren.

  • Riviera von Vodice und Šibenik Pirovac bis Zablaće

    Šibenik liegt nicht am offenen Meer, sondern an einer Bucht, die nur über den schmalen Kanal des heiligen Antonius mit der Adria verbunden ist - eine der eigenwilligsten Stadtlagen der Küste. Vodice davor ist der lebhafteste Ferienort der Region, mit langer Promenade und dichtem Abendbetrieb.

  • Primošten und Rogoznica südlicher Zipfel

    Primošten liegt auf einer schmalen Halbinsel, die früher eine Insel war; oberhalb des Ortes ziehen sich Weinberge in einem Netz aus Trockenmauern über den kahlen Hang. Rogoznica hat einen ungewöhnlichen Salzsee mitten im Ort. Beide Orte sind klein, steinern und im Sommer gut besucht.

  • Südliches Pag und der Velebit-Kanal Nordrand der Region

    Die karge Ostseite von Pag und die Küstenstraße unterhalb des Velebit sind die schroffste Ecke Norddalmatiens. Wenig Schatten, wenig Grün, dafür Blick auf eine gut 1.700 Meter hohe Gebirgswand und Zugang zum Nationalpark Paklenica.

Die Inselwelt davor

Ugljan und Pašman sind über eine Brücke miteinander verbunden und bilden zusammen eine langgestreckte Kette direkt gegenüber von Zadar. Sie gelten als Gemüsegarten der Stadt - Olivenhaine, kleine Häfen, kaum Hotels. Dugi otok liegt weiter draußen und ist schmal und langgestreckt; an seinem Südende schneidet die Bucht von Telašćica tief ins Land, daneben liegen Steilklippen und ein Salzsee, beides Teil eines Naturparks. Der Sandstrand Sakarun an der Nordwestküste zählt zu den bekanntesten des Landes.

Murter hängt über eine Zugbrücke am Festland und ist der wichtigste Ausgangspunkt für die Kornaten; die Nationalparkverwaltung sitzt im Ort. Viele der Kornaten-Grundstücke gehören bis heute Familien aus Murter, die dort Schafe halten und Oliven ernten. Pag schließlich reicht mit seinem Südteil in die Region hinein und ist über eine Brücke bei Ražanac erreichbar.

Drei Nationalparks und zwei Naturparks

Schutzgebiete in Tagesausflugsentfernung
GebietZugangWofür man hinfährt
NP PaklenicaStarigrad-PaklenicaZwei Schluchten im Velebit, 150 bis 200 km Wege, Kletterrouten, Tropfsteinhöhle Manita peć
NP KrkaSkradin oder LozovacSkradinski buk und Roški slap, dazu 47 km Wanderwege und 388 km Radstrecken im Park
NP KornatiBoot ab Murter, Zadar, Biograd, VodiceUnbewohnte Kalksteininseln, Steilkanten zur offenen See, Buchten zum Ankern
Naturpark TelašćicaDugi otok, per Fähre oder BootTief eingeschnittene Bucht, Klippen, Salzsee mit Heilschlamm
Naturpark Vransko jezeroPakoštane oder VranaGrößter See Kroatiens, 30,2 km² Wasserfläche, Vogelreservat mit Beobachtungsständen

Der Vransko jezero ist der einzige größere Süßwassersee unmittelbar an der Küste. Der Naturpark umfasst 57 Quadratkilometer, davon entfallen gut 30 auf die Wasserfläche. Die Schilfgürtel im Norden gehören zu den bedeutenderen Vogelrastplätzen Europas - für Familien interessanter ist meist der flache Radweg, der einmal um den See führt.

Zadar und Šibenik: zwei sehr verschiedene Städte

Zadar ist die größere und lebendigere der beiden, mit römischem Forum, einem Flughafen vor der Tür und der besten Anbindung an die Inseln. Šibenik ist kleiner, steiler und mittelalterlicher: Die Gassen klettern in Stufen den Hang hinauf, oben stehen vier Festungen aus venezianischer Zeit.

Das Wahrzeichen ist die Kathedrale des heiligen Jakob, seit 2000 auf der Welterbeliste der UNESCO. Der Bau begann 1431 und war erst 1536 fertig - über hundert Jahre, in denen der Stil von der venezianischen Gotik in die toskanische Renaissance wechselte. Verantwortlich waren nacheinander Juraj Dalmatinac und der Donatello-Schüler Nikola Firentinac. Das Bemerkenswerte: Die Kathedrale besteht vollständig aus ineinandergefügten Steinplatten, ohne Mörtel und ohne Holz oder Ziegel im Tragwerk.

Wo das Ferienhaus stehen sollte

  • Mit kleinen Kindern: die Sandküste zwischen Nin, Zaton und Privlaka. Flaches Wasser, das im Juni schon warm ist, und kurze Wege zum Auto.
  • Für Ruhe und großen Garten: das Hinterland zwischen Zadar und Benkovac oder die Dörfer auf Ugljan und Pašman. Hier gibt es die größten Grundstücke zum niedrigsten Quadratmeterpreis.
  • Für Ausflüge und Kultur: die Gegend um Šibenik und Skradin. Krka liegt vor der Tür, Trogir und Split sind knapp eine Autostunde entfernt.
  • Fürs Segeln oder Bootfahren: Biograd, Sukošan oder Murter - alle drei haben große Marinas und direkten Zugang zum geschützten Revier hinter den Inseln.
  • Für Wanderer: Starigrad-Paklenica und Seline unterhalb des Velebit. Vom Haus zum Schluchteingang sind es oft nur Minuten.

Preisniveau

Norddalmatien liegt zwischen dem teuren Istrien und dem noch teureren Süden. Häuser mit Pool im Hinterland von Zadar und Šibenik gehören zu den günstigeren Angeboten der gesamten Küste; wirklich teuer wird es nur in erster Reihe und auf Dugi otok, wo das Angebot klein ist. Wer flexibel ist, spart am meisten zwischen Ende August und Mitte September, wenn die Preise fallen, das Meer aber noch 24 Grad hat.

Anreise und Bora

Die A1 führt mittig durch die Region. Für den Norden nimmt man die Ausfahrt Zadar centar, für Biograd und Pakoštane Zadar istok oder Benkovac, für Vodice, Šibenik und Primošten die Ausfahrt Šibenik. Die Küstenstraße D8 ist die landschaftlich schönere, aber deutlich langsamere Alternative - unterhalb des Velebit lohnt sie sich für eine Etappe, nicht für die ganze Anfahrt.

Der Wind, mit dem man in dieser Region rechnen muss, heißt Bora. Er fällt kalt und trocken vom Velebit herab und erreicht im Winter und in den Übergangsmonaten Sturmstärke; die Brücke von Maslenica und der Velebit-Kanal gehören zu den windanfälligsten Stellen Kroatiens und werden bei schwerer Bora für Wohnwagen und Lkw gesperrt. Im Hochsommer ist er selten, dann herrscht meist die schwächere Maestral-Brise aus Nordwest, die am frühen Nachmittag einsetzt.

Verwendete Quellen

Die Nachbarregionen

Nördlich schließt die Kvarner Bucht an, südlich beginnt Mitteldalmatien mit Trogir und Split.

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