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ferienhauskroatien.at - Adria, Dalmatien, Istrien
Mittelalterliche Hügelstadt im istrischen Landesinneren über Weinbergen

Region

Ferienhäuser in Istrien

Die kürzeste Anreise ab Österreich, die höchste Dichte an renovierten Steinhäusern mit Pool - und ein Hinterland, das mit der Küste kaum etwas gemein hat.

Küste, Hügelland, SüdspitzeSteinhäuser mit PoolTrüffel und MalvazijaOhne Fähre erreichbar

Istrien ist für österreichische Urlauber die naheliegendste Wahl - im Wortsinn. Wer in Graz oder Wien morgens losfährt, sitzt am frühen Nachmittag auf der Terrasse. Wichtiger ist aber, was am Ziel wartet: Die Halbinsel besteht aus drei Landschaften, die kaum weiter auseinanderliegen könnten. Eine flache, dicht ausgebaute Westküste mit venezianisch geprägten Städten. Ein hügeliges, grünes Landesinneres mit Trüffelwäldern und Bergdörfern. Und eine karge Südspitze, die schon eher nach Dalmatien aussieht.

Drei Landschaften, drei Urlaubstypen

Wer nur „Istrien" bucht, kann sehr Unterschiedliches bekommen. Die Entscheidung fällt praktisch am ersten Kreisverkehr hinter der Grenze.

  • Die Westküste Umag bis Vrsar

    Flach, felsig, gut ausgebaut. Umag, Novigrad, Poreč und Vrsar reihen sich an einer Küste, die stellenweise kilometerweit durchgehend als Promenade befestigt ist. Viel Infrastruktur, kurze Wege, wenig Wildnis. Wer abends ohne Auto essen gehen will und tagsüber verlässlich Liegeflächen sucht, ist hier richtig.

  • Rovinj und der mittlere Westen Limski kanal bis Bale

    Rovinj hat die fotogenste Altstadt der Halbinsel, davor liegt der Limski kanal - ein elf Kilometer langer, schmaler Meeresarm zwischen Vrsar und Rovinj, der wegen seiner steilen Flanken oft Fjord genannt wird. Landeinwärts beginnen bei Bale und Kanfanar die ersten Steindörfer.

  • Das grüne Istrien Motovun, Grožnjan, Buje, Oprtalj

    Hügelland mit Eichenwäldern, Weinbergen und mittelalterlichen Städtchen auf den Kuppen. Motovun liegt 277 Meter über dem Mirna-Tal, Grožnjan wurde in den 1960er-Jahren von Künstlern vor dem Verfall bewahrt und ist heute voller Galerien und Werkstätten. Hier stehen die schönsten Steinhäuser - und der nächste Strand ist zwanzig bis dreißig Autominuten entfernt.

  • Die Südspitze Pula, Medulin, Premantura

    Trockener, karger und windiger als der Norden. Pula hat ein römisches Amphitheater mitten in der Stadt, Medulin eine flache Badebucht, und am Kap Kamenjak endet die Halbinsel in einem zerklüfteten Naturschutzgebiet mit Klippen und versteckten Buchten.

  • Die Ostküste Labin, Rabac, Plomin

    Der am wenigsten bekannte Teil. Labin liegt als alte Bergarbeiterstadt auf einem Hügel, Rabac 300 Höhenmeter darunter am Wasser. Steile Zufahrten, hellgraue Kiesbuchten, Blick auf die Insel Cres. Preislich meist günstiger als die Westküste.

Warum hier die meisten Steinhäuser stehen

Istrien hat unter allen kroatischen Regionen den größten Bestand an renovierten Bauernhäusern aus Bruchstein - und den mit Abstand größten Anteil davon im Vermietungsmarkt. Das hat einen historischen Grund: Das Landesinnere wurde nach dem Zweiten Weltkrieg großflächig entvölkert, ganze Weiler standen jahrzehntelang leer. Seit den 1990er-Jahren sind viele davon aufgekauft und ausgebaut worden, häufig von italienischen, deutschen und österreichischen Eigentümern.

Praktisch heißt das: Ein freistehendes Haus mit dicken Mauern, Gewölbekeller, Kamin und beheiztem Pool auf einem großen Grundstück ist im istrischen Hinterland ein Standardprodukt, kein Ausnahmefall. Der Preis liegt dennoch über dem dalmatinischen Durchschnitt, weil die Nachfrage aus dem gesamten Alpenraum kommt.

Was ein Steinhaus im Sommer bedeutet

Die alten Mauern sind bis zu 80 Zentimeter dick und halten die Hitze wirksam draußen - die Räume bleiben auch bei 35 Grad angenehm. Der Preis dafür sind kleine Fenster, dunkle Innenräume und oft steile, schmale Treppen. Wer mit Kleinkindern oder älteren Mitreisenden fährt, sollte auf den Grundriss achten, nicht nur auf die Fotos.

Trüffel, Malvazija und Olivenöl

Istrien ist die kulinarisch eigenständigste Region Kroatiens, und das liegt an drei Produkten. Im Wald von Motovun im Mirna-Tal wachsen weiße Trüffel, die von Kennern zu den besten überhaupt gezählt werden; die Saison der weißen läuft im Herbst und Frühwinter, schwarze gibt es das ganze Jahr. In den Dörfern rundum - Livade, Buzet, Oprtalj - gehört die Trüffel selbstverständlich in Pasta, Rührei und Käse, nicht nur auf teure Sonderkarten.

Dazu kommen die Weine: Malvazija istarska als trockener, oft mineralischer Weißwein und Teran als kräftiger, säurebetonter Roter aus der roten Erde des Landesinneren. Und das Olivenöl - istrische Erzeuger stehen seit Jahren regelmäßig in den vorderen Rängen internationaler Bewertungen. Fast jeder größere Hof verkauft ab Presse.

Wer sein Ferienhaus im Hinterland nimmt, isst besser und zahlt weniger - fährt aber jeden Badetag eine halbe Stunde.

Strände: Fels und Beton, kein Sand

Sandstrände gibt es in Istrien praktisch nicht. Die Westküste besteht aus flachem Kalkfelsen, der vielerorts mit Betonplattformen, Leitern und Duschen erschlossen ist - bequem, aber nüchtern. Die schöneren Alternativen liegen etwas abseits:

  • Zlatni rt bei Rovinj - ein Waldpark mit Steineichen und Zypressen direkt am Wasser, Buchten mit Kies und flachen Felsplatten, autofrei.
  • Kap Kamenjak südlich von Premantura - Klippen, Dutzende kleine Buchten, teils schroffe Einstiege. Zufahrt über eine Schotterstraße gegen Gebühr.
  • Rabac und die Ostküste - helle Kiesbuchten mit Pinien, deutlich weniger frequentiert als der Westen.
  • Medulin und Premantura - die flachsten Bereiche der Halbinsel, für kleine Kinder am ehesten geeignet.

Badeschuhe sind an dieser Küste keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Seeigel sitzen an den Felskanten, und der Einstieg über Leitern ist ohne Sohle unangenehm.

Anreise: das Istrische Ypsilon

Istrien hat ein eigenes Autobahnsystem, das auf der Karte ein Y bildet: Die A9 läuft von der slowenischen Grenze bei Umag der Westküste entlang nach Süden bis Pula, die A8 zweigt bei Kanfanar nach Nordosten Richtung Rijeka ab. Betreiber ist Bina-Istra, nicht die staatliche HAC - die Maut wird deshalb getrennt abgerechnet.

Anreise nach Istrien, Stand August 2026
PunktAnmerkungKosten
Vignette Slowenien7 Tage, Klasse 2A - fast jede Anreise führt durch Slowenien16,00 €
Učka-Tunnel (A8)fünf Kilometer, Sondermaut, Pkwca. 4,50 €
Mirna-Brückeseit Juni 2020 mautfrei0,00 €
Fährekeine nötig, Istrien hängt am Festland-

Zwei Routen kommen infrage. Über Slowenien und Koper erreicht man den Norden Istriens am schnellsten - das ist der übliche Weg für Umag, Novigrad, Poreč und das grüne Hinterland. Wer nach Rabac, Labin oder in den Osten will, fährt eher über Rijeka und den Učka-Tunnel. Für Pula und Medulin nehmen sich beide Wege wenig.

Der Nadelöhr-Effekt an der Grenze

Die kleinen Grenzübergänge im Norden Istriens - Kaštel, Plovanija, Požane - sind zwar Schengen-Binnengrenzen ohne feste Kontrolle, werden aber bei verstärkten Stichproben schnell eng, weil die Zufahrten schmal sind. An Samstagen im Juli und August ist eine Anreise am frühen Morgen deutlich entspannter.

Ausflüge

Der Nationalpark Brijuni vor der Südwestküste wird per Parkboot ab Fažana angefahren, die Überfahrt dauert rund eine Viertelstunde. Auf Veli Brijun führen geführte Touren über die Insel, dazu gibt es ein archäologisches Museum mit römischen und frühchristlichen Funden und eine Ausstellung zur Zeit, als Josip Broz Tito die Inseln als Sommerresidenz nutzte.

Der Limski kanal lässt sich vom Wasser aus per Ausflugsboot ab Rovinj oder Vrsar erleben, von Land aus über den Aussichtspunkt an der Straße nach Kanfanar. Und die Arena von Pula ist im Sommer nicht nur Ruine, sondern Veranstaltungsort - Filmfestival, Konzerte, Opernabende finden im römischen Amphitheater statt.

Reisezeit und Klima

Istrien ist grüner und einige Grad kühler als Dalmatien. Das liegt an der Lage im Norden der Adria und daran, dass die Halbinsel flacher ist und mehr Niederschlag abbekommt. Für den Urlaub heißt das: Im Hochsommer ist es angenehmer als weiter südlich, dafür wird das Meer später warm. Vor Mitte Juni ist Baden eine Frage der Abhärtung.

Die besten Wochen liegen zwischen Mitte Juni und Mitte September. Für Radfahrer, Wanderer und alle, die wegen der Küche kommen, sind Mai und Oktober die eigentlich schönsten Monate - im Oktober beginnt zudem die Saison der weißen Trüffel, und die Hügeldörfer sind fast leer.

Verwendete Quellen

  • Tourismusverband Istrien, Naturschönheiten und Reiseziele (istra.hr)
  • Tourismusverband Istrien, Nationalpark Brijuni (istra.hr)
  • ÖAMTC, Preise der slowenischen E-Vignette (oeamtc.at)
  • ADAC, Maut in Kroatien (adac.de)

Weiter nach Süden

Östlich der Učka beginnt die Kvarner Bucht mit ihren vier großen Inseln.

Kvarner Bucht