Rovinj ist der meistfotografierte Ort Istriens, und das aus einem einfachen Grund: Die Altstadt sitzt auf einer ehemaligen Insel, deren Häuser ohne Uferstreifen direkt aus dem Meer aufsteigen. Über allem steht der Glockenturm der heiligen Euphemia, dessen Vorbild der Campanile am Markusplatz in Venedig war. Was Rovinj darüber hinaus zu einem guten Standort macht, ist weniger bekannt: ein Küstenwald direkt südlich der Stadt, ein bewaldetes Inselarchipel davor - und ein Hinterland, in dem die Steinhäuser mit Pool stehen.
Die Altstadt
Die Gassen der Altstadt steigen alle auf denselben Punkt zu: die Kirche der heiligen Euphemia auf der Kuppe. Sie ist das bedeutendste Barockbauwerk der istrischen Küste, ihr Glockenturm entstand zwischen 1654 und 1687 nach Plänen Mailänder Architekten und ist rund 60 Meter hoch. Auf der Spitze steht eine knapp vier Meter hohe Statue der Heiligen, die sich mit dem Wind dreht - eine Wetterfahne im Großformat. Der Aufstieg im Turm erfolgt über eine Holztreppe und ist nichts für Schwindelanfällige, die Aussicht über Dächer, Archipel und Küste entschädigt.
Vom Hafen führt die Grisia steil hinauf, eine Gasse, die im August zur Freiluftgalerie wird. Am unteren Ende steht der Balbi-Bogen, das ehemalige Stadttor an der Stelle, an der Rovinj bis ins 18. Jahrhundert vom Festland getrennt war - erst dann wurde der Kanal zwischen Insel und Ufer verfüllt.
Rovinj war bis ins 18. Jahrhundert eine Insel - die Altstadt liegt deshalb bis heute so eng, wie es der Fels hergab.
Wo man rund um Rovinj wohnt
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Rovinj-Stadt und Randbereiche Zentrum
In der Altstadt gibt es Wohnungen und kleine Apartments, keine Häuser mit Garten. Am Stadtrand Richtung Monsena und Valalta stehen Neubauten mit Pool, von dort ist die Altstadt zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar.
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Rovinjsko Selo und Cocaletto 5 bis 10 km landeinwärts
Die klassische Ferienhausgegend: freistehende Häuser mit Pool auf großen Grundstücken zwischen Feldern und Olivenhainen. Ruhig, deutlich günstiger als am Wasser, mit zehn bis fünfzehn Minuten Fahrt in die Stadt.
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Bale 15 km südöstlich
Ein kompaktes Steindorf auf einer Anhöhe, das lange kaum beachtet wurde und heute zu den schönsten Kernen Istriens zählt. Rund um den Ort liegen renovierte Bauernhäuser mit Pool - eine der ruhigsten Adressen der Region.
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Vrsar und Funtana 10 bis 15 km nördlich
Am nördlichen Ende des Limski kanal. Vrsar liegt terrassenförmig über dem Hafen, Funtana flacher am Wasser. Beide sind kleiner und familiärer als Rovinj, mit kurzen Wegen nach Poreč.
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Kanfanar und Žminj 15 bis 25 km östlich
Bereits im Landesinneren, an der Autobahnkreuzung des Istrischen Ypsilons. Wer von hier aus Istrien erkunden will, ist in alle Richtungen schnell unterwegs - und zahlt am wenigsten.
Zlatni rt und das Archipel
Direkt südlich der Altstadt beginnt der Waldpark Zlatni rt, auch Punta Corrente genannt - ein Küstenwald aus Steineichen, Zypressen und Aleppokiefern, der Ende des 19. Jahrhunderts angelegt wurde. Er ist autofrei, von Wegen durchzogen und fällt an mehreren Stellen in Kiesbuchten und flache Felsplatten ab. Zum Baden ist das die beste Adresse der Stadt: Schatten bis fast ans Wasser, klare Sicht, keine Bebauung.
Vor der Küste liegt ein Archipel aus bewaldeten Inselchen. Die beiden größten - Sveta Katarina direkt vor dem Hafen und Crveni otok, die Rote Insel - werden im Sommer mehrmals stündlich per Taxiboot angefahren. Beide haben Badebuchten und Wege rundherum; Sveta Katarina lohnt allein schon wegen des Blicks zurück auf die Silhouette der Altstadt.
Der Limski kanal
Zwischen Rovinj und Vrsar schneidet ein schmaler, elf Kilometer langer Meeresarm ins Land - der Limski kanal. Seine steilen, bewaldeten Flanken haben ihm den Beinamen Fjord eingetragen, geologisch handelt es sich aber um ein überflutetes Karsttal. Im Wasser liegen Muschel- und Austernzuchten, deren Erträge in den Restaurants an beiden Ufern landen.
Ansehen kann man ihn auf zwei Arten: vom Aussichtspunkt an der Straße nach Kanfanar oder mit einem Ausflugsboot ab Rovinj oder Vrsar, das in den Kanal hineinfährt. Baden ist im Kanal wegen der Muschelzucht nicht überall gestattet.
Anreise
Rovinj liegt an der A9, dem westlichen Arm des Istrischen Ypsilons; die nächste Ausfahrt ist Rovinj beziehungsweise Kanfanar. Von Österreich führt der kürzeste Weg über Slowenien und Koper. Wer über Rijeka fährt, nutzt die A8 und den Učka-Tunnel mit einer gesonderten Maut von rund 4,50 Euro für Pkw.
Der nächste Flughafen ist Pula, rund vierzig Kilometer südlich. Innerhalb der Stadt ist Parken das Hauptproblem: Die Altstadt ist Fußgängerzone, die Parkflächen am Rand sind im Sommer schnell voll und kostenpflichtig. Wer im Hinterland wohnt, kommt mit dem Rad oft schneller hinein als mit dem Auto.
Preisniveau und Saison
Rovinj gehört zu den teuersten Adressen Istriens - die Kombination aus Altstadtsilhouette, gepflegter Infrastruktur und begrenztem Platz sorgt dafür. Wer in Ufernähe oder mit Blick auf die Altstadt wohnen will, zahlt Aufschläge, die eher an Süddalmatien erinnern als an den Rest der Halbinsel. Ein paar Kilometer landeinwärts, in Rovinjsko Selo, Cocaletto oder rund um Bale, kehrt sich das Bild: Dort bekommt man ein freistehendes Steinhaus mit Pool und Garten zu Preisen, die deutlich unter der Küste liegen.
Zeitlich ist die Hochsaison hier kurz und heftig: Zwischen Mitte Juli und Ende August ist die Stadt ausgebucht und die Altstadt abends voll. Die angenehmsten Wochen liegen im Juni und in der ersten Septemberhälfte - das Meer ist warm, die Gassen leer genug zum Fotografieren, und die Preise fallen spürbar. Im Mai und Oktober bleibt die Stadt geöffnet und lebendig, das Baden ist dann allerdings Geschmackssache.
Häufige Fragen
Kann man in Rovinj selbst ein Ferienhaus mieten?
Innerhalb der Altstadt nicht - dort gibt es Wohnungen in historischen Häusern ohne Garten und ohne Parkplatz. Häuser mit Pool beginnen am Stadtrand und in den Dörfern des Hinterlands, etwa in Rovinjsko Selo, Cocaletto oder rund um Bale.
Wo badet man in Rovinj am besten?
Im Waldpark Zlatni rt südlich der Altstadt - Schatten, klares Wasser, keine Bebauung. Alternativ auf den Inseln Sveta Katarina und Crveni otok, die per Taxiboot in wenigen Minuten erreichbar sind. Die städtischen Badeplätze am Hafen sind eng und laut.
Lohnt der Aufstieg auf den Glockenturm?
Ja, wenn man schwindelfrei ist. Der Aufgang führt über eine steile Holzkonstruktion im Turminneren. Oben hat man den besten Blick auf Altstadt, Archipel und - bei klarer Sicht - bis zu den Alpen im Norden.
Wie voll ist Rovinj im Sommer?
Die Altstadtgassen sind im Juli und August nachmittags und abends dicht. Wer die Stadt in Ruhe sehen will, geht vor neun Uhr morgens hinein. Im Hinterland und im Waldpark verteilt sich der Andrang deutlich besser.
Was isst man in der Gegend?
Fisch und Meeresfrüchte aus dem Limski kanal, dazu die istrischen Klassiker: Trüffel aus dem Landesinneren, handgemachte Nudeln wie fuži und pljukanci, Olivenöl aus den Hainen der Umgebung und Malvazija als Hauswein.
Verwendete Quellen
- Tourismusverband Rovinj, Kirche der Hl. Euphemia (rovinj-tourism.com)
- Tourismusverband Istrien, Limski kanal (istra.hr)
- ADAC, Maut in Kroatien und Učka-Tunnel (adac.de)