Dubrovnik ist die meistbesuchte Stadt Kroatiens - und der schwierigste Standort für einen Ferienhausurlaub. In der Altstadt gibt es weder Gärten noch Parkplätze, dafür im Sommer mehrere Kreuzfahrtschiffe pro Tag. Wer die Stadt als Ziel hat, aber Ruhe als Bedingung, wohnt außerhalb: im Konavle-Tal südlich des Flughafens, in Cavtat an der Küste oder in der Župa dubrovačka zwischen beiden. Von dort ist man in zwanzig bis vierzig Minuten an der Stadtmauer - und abends wieder weg.
Wo man rund um Dubrovnik wohnt
-
Konavle südlich, 20 bis 40 km
Ein fruchtbares Tal zwischen Bergkette und Meer, mit Weinbau, Olivenhainen und Steindörfern wie Čilipi, Gruda und Ljuta. Hier stehen die meisten Häuser mit Pool und großem Grundstück der Region. Zum Strand bei Cavtat oder Molunat sind es zehn bis zwanzig Minuten, zur Altstadt eine gute halbe Stunde.
-
Cavtat 18 km südlich
Eine Halbinsel mit Uferpromenade, zwei Buchten und deutlich mehr Ruhe als Dubrovnik. Boote fahren im Sommer direkt in die Stadt, was Parkplatzsuche und Verkehr erspart. Der Flughafen liegt zehn Minuten entfernt.
-
Župa dubrovačka Mlini, Srebreno, Plat, 10 bis 15 km
Der Küstenstreifen zwischen Cavtat und der Stadt: Kiesbuchten, Promenade, Busanbindung nach Dubrovnik. Ein guter Kompromiss zwischen Nähe zur Altstadt und erträglichem Preisniveau.
-
Nordwestlich: Zaton, Orašac, Slano 10 bis 35 km
Kleine Buchten an der Küstenstraße Richtung Pelješac, teils sehr ruhig. Von Zaton und Orašac ist man schnell in der Stadt, von Slano näher an den Ausflügen nach Ston und auf die Halbinsel.
-
Die Elaphiten Koločep, Lopud, Šipan
Autofreie Inseln direkt vor der Stadt, per Linienfähre ab Gruž erreichbar. Für Urlauber ohne Auto und mit Sinn für Entschleunigung eine ungewöhnliche, aber sehr stimmige Wahl.
Die Altstadt: was sich lohnt und wann
Die Stadtmauer ist der Grund, aus dem alle kommen. Sie umschließt die Altstadt auf 1.940 Metern in Form eines unregelmäßigen Vielecks; an der Landseite ist sie stellenweise 25 Meter hoch und sechs Meter dick. Der Rundgang oben ist Einbahnverkehr, dauert je nach Tempo ein bis zwei Stunden und führt an den Türmen Minčeta im Nordwesten und Bokar im Südwesten vorbei. Schatten gibt es unterwegs kaum - im Juli und August ist der Rundgang nach zehn Uhr eine Zumutung.
Innerhalb der Mauern liegen die Stradun als breite Hauptachse, der Rektorenpalast, das Franziskanerkloster mit einer der ältesten Apotheken Europas und der Sponza-Palast. Außerhalb, auf einem Felsen über dem Wasser, steht die Festung Lovrijenac, im Sommer Spielort des Festivals. Auf den Hausberg Srđ - 412 Meter über der Stadt - führt eine Seilbahn; oben liegt der Blick über Altstadt, Küste und die Elaphiten.
Die Altstadt am frühen Morgen und die Altstadt um zwei Uhr nachmittags sind im August zwei verschiedene Orte.
Ausflüge in die Umgebung
- Lokrum - die bewaldete Insel vor dem Hafen, mit Botanischem Garten, freilaufenden Pfauen und einem Salzsee. Boote fahren im Halbstundentakt vom Alten Hafen.
- Die Elaphiten - Koločep, Lopud und Šipan mit der Linienfähre ab Gruž. Auf Lopud liegt mit Šunj eine der wenigen Sandbuchten Süddalmatiens.
- Konavle - Weingüter, Ölmühlen und die Wassermühlen von Ljuta. Ein Tag im Tal ist die beste Ergänzung zur Stadt.
- Ston und Pelješac - Salzgärten, mittelalterliche Mauern, Austern in Mali Ston und die Weinlagen Dingač und Postup. Rund eine Stunde nordwestlich.
- Mljet - der Nationalpark mit den beiden Salzseen, per Katamaran ab Gruž als langer Tagesausflug.
Strände
Die Küste ist hier felsig und steil, große Strände gibt es kaum. Der Stadtstrand Banje östlich der Altstadt hat Kies und den bekannten Blick auf die Mauern, ist aber klein und teuer bewirtschaftet. Angenehmer sind die Buchten in Mlini und Srebreno, der Kiesstrand von Cavtat und - für alle, die einmal Sand unter den Füßen haben wollen - die Bucht Šunj auf Lopud, erreichbar mit der Fähre und einem Fußweg quer über die Insel.
Anreise
Mit dem Auto ist Dubrovnik das entfernteste Ziel dieser Küste. Die A1 endet südlich von Ploče, danach folgen Küstenstraße und die Pelješac-Brücke, die seit 2022 den Umweg über bosnisches Staatsgebiet bei Neum erspart. Die Maut bis zur Ausfahrt Vrgorac beträgt für einen Pkw der Kategorie I 32,60 Euro.
Für eine Woche ist Fliegen meist die bessere Rechnung. Der Flughafen Dubrovnik liegt bei Čilipi im Konavle-Tal - also mitten im Ferienhausgebiet und rund zwanzig Kilometer südlich der Altstadt. Ein Mietwagen bleibt trotzdem sinnvoll: Konavle, Pelješac und die Weingüter sind mit öffentlichem Verkehr kaum zu erreichen.
Parken und Kreuzfahrtschiffe
Innerhalb der Mauern fährt kein Auto, und die Parkhäuser am Rand der Altstadt gehören zu den teuersten des Landes. Wer im Umland wohnt, nimmt Bus oder Boot. Die Belastung durch Kreuzfahrtschiffe ist inzwischen begrenzt, an Spitzentagen treffen aber weiterhin mehrere gleichzeitig ein - dann füllt sich die Stradun zwischen zehn und sechzehn Uhr vollständig.
Was den Süden teuer macht
Dubrovnik ist das teuerste Pflaster Kroatiens, und das hat mehrere Gründe, die sich addieren. Die Stadt liegt am Ende einer langen Küstenstraße, alles muss weit transportiert werden. Der Flughafen wird ganzjährig international angeflogen, was die Nachfrage über die Sommermonate hinaus streckt. Und die Fläche ist begrenzt: Zwischen Bergkette und Meer bleibt kaum Platz für Neubauten, während die Altstadt gar nicht wachsen kann.
Praktisch heißt das für den Ferienhausurlaub: Wer eine Adresse mit Blick auf die Stadtmauer will, zahlt einen Aufschlag, der sich in keiner anderen Region wiederfindet. Wer bereit ist, zwanzig bis dreißig Autominuten weiter zu wohnen - in Konavle, im Hinterland der Župa dubrovačka oder Richtung Slano -, bekommt für dasselbe Geld ein deutlich größeres Haus mit Pool und Garten. Dazu kommen Nebenkosten, die im Süden höher ausfallen als anderswo: Parkgebühren in der Stadt, Eintritt für die Stadtmauer, Bootstransfers zu den Inseln.
Häufige Fragen
Wann geht man auf die Stadtmauer?
Direkt zur Öffnung am Morgen oder in den letzten zwei Stunden vor Schließung. Dazwischen steht man im Juli und August in einer Schlange auf einem Weg ohne Schatten. Wasser mitnehmen, feste Schuhe anziehen - die Stufen sind ausgetreten und uneben.
Lohnt Cavtat statt Dubrovnik?
Für einen Ferienhausurlaub in fast jeder Hinsicht: ruhiger, günstiger, näher am Flughafen, mit eigener Promenade und Bootsverbindung in die Stadt. Wer abends in der Altstadt essen will, fährt zwanzig Minuten - oder nimmt das Boot.
Braucht man für Bosnien noch Dokumente?
Nur wenn man bewusst die alte Route über Neum wählt. Über die Pelješac-Brücke bleibt man durchgehend in Kroatien. Für den Weg über Neum brauchen alle Mitreisenden Ausweise, und für das Fahrzeug sollte die Versicherungsbestätigung dabei sein.
Wie heiß wird es?
Es ist der wärmste Teil Kroatiens. Werte über 35 Grad sind im Hochsommer normal, und der helle Stein der Altstadt strahlt die Hitze bis in die Nacht zurück. Im Konavle-Tal und in den Hanglagen ist es durch Höhe und Seewind spürbar angenehmer. Auf funktionierende Klimaanlage im Mietvertrag achten.
Wann ist die beste Reisezeit?
Juni und September für Badeurlaub, Mai und Oktober für Stadt, Wandern und Weingüter. Der Süden bleibt lange warm - im Oktober liegt die Wassertemperatur oft noch über der von Istrien im Juni.
Verwendete Quellen
- Tourismusverband Dubrovnik (visitdubrovnik.hr)
- Verwaltung der Stadtmauern von Dubrovnik (citywallsdubrovnik.hr)
- Europäische Kommission zur Eröffnung der Pelješac-Brücke (ec.europa.eu)