Brač ist die praktischste der großen dalmatinischen Inseln. Die Fähre ab Split braucht weniger als eine Stunde, sie fährt oft, und auf der Insel gibt es genug Orte, Straßen und Geschäfte, dass man nicht jeden Einkauf planen muss. Wer zum ersten Mal Inselurlaub in Dalmatien macht, kommt hier mit den wenigsten Überraschungen zurecht. Und wer die Insel schon kennt, verlässt irgendwann die Küstenstraße - denn das eigentlich Interessante liegt oben.
Die Orte an der Küste
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Supetar Nordküste, Fährhafen
Der Hauptort und die Ankunftsstelle aller Autofähren aus Split. Promenade, Markt, Geschäfte, Arzt - alles vorhanden. Kein besonders malerischer Ort, aber der praktischste Standort der Insel, besonders wenn man ohne Auto anreist.
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Bol Südküste
Der bekannteste Ort, wegen des Zlatni Rat. Bol selbst ist ein gewachsener Steinort am Fuß der Vidova gora, mit langer Promenade zum Strand hin und einem Dominikanerkloster auf der Landzunge. Im Juli und August ist er sehr voll und die teuerste Adresse der Insel.
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Milna Westspitze
Eine tief eingeschnittene, geschützte Bucht mit Yachthafen. Ruhig, grün und mit kurzen Wegen nach Split über den Katamaran. Für Segler die erste Adresse der Insel.
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Sutivan, Postira und Splitska Nordküste
Kleine Küstenorte zwischen Supetar und Pučišća, mit Kiesbuchten, Pinien und deutlich niedrigerem Preisniveau als Bol. Von hier sind alle Ecken der Insel in einer halben Stunde erreichbar.
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Pučišća Nordostküste
Ein Ort in einer schmalen Bucht, umgeben von den Steinbrüchen, aus denen der weiße Kalkstein von Brač kommt. In Pučišća gibt es eine Steinmetzschule, in der noch heute mit Handwerkzeug gearbeitet wird - eine der wenigen ihrer Art in Europa.
Zlatni Rat und die anderen Strände
Der Zlatni Rat, das Goldene Horn, ist eine Kiesspitze, die von der Küste westlich von Bol mehrere hundert Meter ins Meer hinausragt. Ihre Besonderheit: Die Spitze wandert. Je nach Strömung und Windrichtung verschiebt sich die Landzunge nach Osten oder Westen, das Bild ist also nie ganz dasselbe. Dahinter steht ein alter Kiefernwald, der Schatten spendet - was auf dieser Insel keine Selbstverständlichkeit ist.
Weniger bekannt, aber oft angenehmer:
- Lovrečina bei Postira - eine Bucht mit einem der wenigen sandigen Abschnitte der Insel und den Resten einer frühchristlichen Basilika direkt am Strand.
- Die Buchten zwischen Sutivan und Milna - flach, felsig, größtenteils ohne Infrastruktur.
- Murvica westlich von Bol - deutlich ruhiger als der Zlatni Rat, mit Zugang über eine schmale Straße.
- Die Südküste bei Bol Richtung Osten - schmale Kiesstreifen unterhalb steiler Hänge, teils nur per Boot erreichbar.
Das Inselinnere
Über die Küstenorte hinweg steigt Brač zu einer Hochfläche an, die zwischen 400 und 700 Metern liegt. Dort stehen Dörfer aus hellem Stein - Nerežišća, Dračevica, Gornji Humac, Škrip -, viele halb verlassen, umgeben von Trockenmauern, Feigen und Schafweiden. Škrip gilt als die älteste Siedlung der Insel und beherbergt ein kleines Museum in einem alten Wehrturm.
Höchster Punkt ist die Vidova gora mit 778 Metern - der höchste Gipfel aller Adria-Inseln. Man erreicht ihn mit dem Auto über eine asphaltierte Straße oder zu Fuß von Bol aus in zwei bis drei Stunden. Oben liegt der Zlatni Rat direkt unter einem, dahinter breitet sich Hvar aus, am Horizont stehen Vis, Pelješac und die Wand des Biokovo.
Wer auf Brač nur an der Küste bleibt, sieht die Hälfte der Insel nicht.
Eine Besonderheit ist die Einsiedelei Blaca im Süden: ein Kloster, das ab dem 16. Jahrhundert in eine Felswand hineingebaut wurde und heute Museum ist, samt Bibliothek und astronomischen Instrumenten. Erreichbar ist es nur zu Fuß über einen Schotterweg - der Zugang dauert je nach Ausgangspunkt zwanzig bis vierzig Minuten.
Der weiße Stein
Brač lebt seit der Antike vom Kalkstein. In den Brüchen bei Pučišća und Splitska wird ein besonders gleichmäßiger, sehr heller Stein gebrochen, aus dem große Teile der dalmatinischen Städte gebaut sind - der Diokletianpalast in Split ebenso wie zahlreiche Kirchen und Paläste der Küste. Wer über die Insel fährt, sieht die Abbaustellen als weiße Einschnitte im Hang. In Pučišća kann man der Steinmetzschule bei der Arbeit zusehen; gearbeitet wird dort weiterhin mit Hammer und Meißel.
Anreise
Die Autofähre Split - Supetar ist die Hauptverbindung, mit dichtem Takt und einer Überfahrt von rund fünfzig Minuten. Zusätzlich verkehrt ein Katamaran von Split nach Bol und Milna, der schneller ist, aber keine Fahrzeuge mitnimmt. Von Makarska gibt es außerdem eine Verbindung nach Sumartin an der Ostspitze der Insel.
Auf der Insel selbst gibt es einen kleinen Flughafen auf der Hochfläche zwischen Bol und Nerežišća, der saisonal angeflogen wird. Für die meisten Urlauber bleibt die Fähre ab Split der Weg - im Juli und August unbedingt mit Voranmeldung und großzügigem Zeitpuffer.
Küche und Preisniveau
Die Inselküche kommt von den Schafweiden der Hochfläche, nicht vom Meer. Lamm vom Grill oder unter der Glocke gegart ist das typische Gericht, dazu Schafskäse, Olivenöl und der kräftige Rotwein Plavac mali von den Südhängen bei Bol und Murvica. In den Dörfern des Inselinneren gibt es Konobas, die genau das und wenig anderes anbieten - meist zu Preisen, die deutlich unter denen der Küstenorte liegen.
Was ein Haus auf Brač kostet
Die Spanne ist groß und folgt der Entfernung zum Zlatni Rat. Bol ist die teuerste Adresse der Insel, gefolgt von Milna und Supetar. Deutlich günstiger wird es an der Nordküste zwischen Sutivan, Postira und Pučišća - und noch einmal spürbar in den Dörfern der Hochfläche, wo man für dasselbe Geld ein Steinhaus mit Grundstück bekommt. Der Aufpreis für die erste Reihe am Wasser ist auf dieser Insel besonders hoch, weil das Angebot klein ist.
Häufige Fragen zu Brač
Bol oder Supetar?
Supetar für Anreise, Versorgung und Preis - man ist sofort da und hat alles im Ort. Bol für die schönere Lage, den bekanntesten Strand und die Nähe zur Vidova gora, dafür mit einer knappen Stunde Fahrt vom Fährhafen und deutlich höheren Preisen.
Muss die Autofähre gebucht werden?
In der Hauptsaison ja. Die Verbindung Split - Supetar ist die meistbefahrene des Landes. Reservierte Plätze verfallen, wenn man zu spät in die Spur einfährt - eine Stunde Puffer ist im August realistisch, nicht übervorsichtig.
Kommt man ohne Auto zurecht?
In Supetar und Bol ja, dazwischen fahren Busse im Anschluss an die Fähren. Für das Inselinnere, Blaca und die kleineren Buchten braucht es ein Fahrzeug - Roller und Fahrräder sind auf der hügeligen Insel anstrengender, als die Karte vermuten lässt.
Gibt es Sandstrände?
Kaum. Die Bucht Lovrečina bei Postira hat einen sandigen Abschnitt, sonst ist alles Kies oder Fels. Der Kies am Zlatni Rat ist allerdings so fein, dass er sich fast wie Sand anfühlt - Badeschuhe braucht man trotzdem.
Wann ist die beste Zeit?
Juni und September. Im Juli und August ist Bol überlaufen und die Fähre ein Geduldsspiel. In der Vor- und Nachsaison sind die Wanderwege auf die Vidova gora und nach Blaca angenehm begehbar - im Hochsommer sind sie es nicht.
Verwendete Quellen
- Croatia.hr, Vidova gora als höchster Punkt der Adria-Inseln (croatia.hr)
- Tourismusverband Bol (bol.hr)
- Tourismusverband Supetar (supetar.hr)