Kroatien ist ein gutes Hundeland - offene Terrassen, viel Küste, wenig Bürokratie und Vermieter, die Tiere gewohnt sind. Was den Urlaub gelingen oder scheitern lässt, hat aber weniger mit der Erlaubnis im Inserat zu tun als mit zwei anderen Fragen: Ist das Grundstück eingezäunt, und wie heiß wird es im gebuchten Monat? Ein Hund im Juli auf einer schattenlosen Terrasse aus hellem Kalkstein hat keinen Urlaub, und die Menschen daneben auch nicht.
Papiere und Einreise
Für die Einreise innerhalb der EU gelten einheitliche Regeln, und Kroatien wendet sie ohne Sonderwege an. Nötig sind:
- Mikrochip nach den technischen EU-Anforderungen. Eine Tätowierung wird nur anerkannt, wenn sie vor dem 3. Juli 2011 gestochen wurde und lesbar ist.
- Tollwutimpfung, verabreicht nach dem Chippen und von einem autorisierten Tierarzt. Zwischen Erstimpfung und Einreise müssen mindestens 21 Tage liegen.
- Mindestalter von zwölf Wochen bei der Erstimpfung. Zusammen mit der Wartefrist heißt das: Ein Welpe darf frühestens mit 15 Wochen einreisen.
- EU-Heimtierausweis, ausgestellt von einem ermächtigten Tierarzt. Er enthält Chipnummer, Impfdaten und Identität des Tieres und ist bei Reisen zwischen EU-Ländern verpflichtend.
- Höchstens fünf Tiere pro Person ohne Nachweis über Wettbewerbs- oder Ausstellungsteilnahme. Darüber greifen die Regeln für gewerbliche Verbringung.
Rassebeschränkungen beachten
Kroatien untersagt die Einreise und Durchreise für Hunde vom Typ Pitbull Terrier sowie für Bullterrier-Typen ohne Papiere eines anerkannten Zuchtverbands. Wer einen entsprechenden Hund hat, sollte die Regelung vor der Reise bei der kroatischen Vertretung im eigenen Land bestätigen lassen - die Kontrolle findet im Zweifel an der Schengen-Außengrenze auf dem Rückweg statt, nicht bei der Einreise.
Der Zaun ist wichtiger als die Erlaubnis
„Haustiere erlaubt" steht in vielen Inseraten. Was fast nie dabei steht: ob das Grundstück gesichert ist. In Kroatien sind Ferienhäuser häufig zur Straße oder zum Nachbargrundstück hin offen, weil Zäune weder üblich noch vorgeschrieben sind. Für einen Hund, der nicht zuverlässig auf dem Grundstück bleibt, bedeutet das Leine rund um die Uhr - und damit keinen erholsamen Urlaub für beide Seiten.
Vor der Buchung deshalb gezielt fragen:
- Ist das Grundstück vollständig eingezäunt, und wie hoch ist der Zaun?
- Gibt es ein Tor, das schließt - auch die Zufahrt?
- Ist der Pool gesichert? Viele Hunde kommen hinein, aber nicht wieder heraus, wenn nur eine senkrechte Leiter vorhanden ist.
- Gibt es Schatten im Garten - Baum, Pergola, überdachte Terrasse?
- Wie ist die Nachbarschaft? Freilaufende Hofhunde hinter dem Zaun sind auf dem Land normal und für manche Gäste ein Thema.
Erlaubt ist der Hund fast überall. Gesichert ist das Grundstück selten - und darauf kommt es an.
Hitze: das eigentliche Thema
Zwischen Mitte Juli und Ende August liegen die Tageshöchstwerte an der kroatischen Küste regelmäßig über 33 Grad, und der helle Kalkstein strahlt die Wärme bis in die Nacht zurück. Für Hunde - besonders für kurznasige Rassen, ältere Tiere und dichtes Fell - ist das erheblich. Wer die Wahl hat, fährt im Mai, Juni, September oder Oktober. Das Meer ist im September wärmer als im Juni, die Temperaturen sind erträglich, und viele Strandabschnitte sind dann ohnehin frei zugänglich.
Wenn es doch Hochsommer sein muss:
- Spaziergänge nur früh am Morgen und nach Sonnenuntergang. Zwischen elf und achtzehn Uhr ist der Stein zu heiß für Pfoten - Faustregel: Wenn man die Handfläche keine fünf Sekunden auflegen kann, ist es zu heiß.
- Wasser überall bereitstellen, drinnen wie draußen, und unterwegs mitführen.
- Klimaanlage im Haus prüfen. Alte Steinhäuser bleiben im Erdgeschoss kühl, ausgebaute Dachgeschosse nicht.
- Autofahrt in die kühlen Stunden legen, Pausen im Schatten. Im geparkten Auto steigt die Temperatur binnen Minuten in den lebensgefährlichen Bereich.
Hundestrände und Baden
In fast jedem größeren Küstenort gibt es einen ausgewiesenen Abschnitt, an dem Hunde ins Wasser dürfen - meist beschildert und häufig am Rand der Badezone gelegen. Manche sind gut ausgestattet, mit Schatten, Süßwasserdusche und Trinkstelle; andere sind schlicht ein Stück Küste ohne Liegen. An regulären Badestränden sind Hunde in der Hauptsaison vielerorts untersagt, und die Regelung wird kontrolliert.
Praktisch gilt: Je kleiner und ländlicher der Ort, desto entspannter der Umgang. In den Buchten abseits der Zentren, an der Ostküste von Krk, im Zadarer Archipel oder auf Cres findet man Abschnitte, an denen niemand Anstoß nimmt. In Hvar-Stadt, Novalja oder Makarska ist das anders.
Zwei Punkte, die oft unterschätzt werden: Seeigel sitzen an Felskanten und sind für Hundepfoten so unangenehm wie für Menschenfüße - flache Kiesbuchten sind die bessere Wahl. Und das Salzwasser sollte nach dem Baden abgespült werden, weil es Hautreizungen begünstigt; eine Süßwasserdusche am Haus ist deshalb praktischer, als sie klingt.
Fähren, Restaurants, Tierarzt
Fähren. Auf den Autofähren der kroatischen Linien dürfen Hunde in der Regel mitfahren - angeleint und meist auf dem Außendeck, kleine Tiere in der Box auch innen. Auf Katamaranen ist die Mitnahme oft eingeschränkt. Wer eine Inselreise plant, klärt das vorab beim Betreiber; die Regelung unterscheidet sich zwischen den Reedereien.
Restaurants. Auf Terrassen sind Hunde fast überall willkommen, und da in Kroatien im Sommer ohnehin draußen gegessen wird, ist das selten ein Thema. Ein Napf Wasser wird meist unaufgefordert gebracht.
Tierärzte gibt es in allen größeren Orten, die Versorgung ist gut und im europäischen Vergleich günstig. Sinnvoll ist, vor der Abreise die nächstgelegene Praxis am Urlaubsort herauszusuchen - im Notfall spart das die Suche.
Zecken und Sandmücken. Die Adriaküste ist Verbreitungsgebiet der Sandmücke, die Leishmaniose übertragen kann. Ein wirksamer Schutz - Halsband oder Spot-on - sollte einige Tage vor der Abreise aufgebracht werden. Das ist beim Tierarzt ein Standardthema und schnell geklärt.
Häufige Fragen
Welche Papiere braucht der Hund?
EU-Heimtierausweis, Mikrochip und gültige Tollwutimpfung. Die Erstimpfung frühestens mit zwölf Wochen, danach 21 Tage Wartefrist bis zur Einreise - Welpen dürfen also frühestens mit 15 Wochen mit. Ohne besonderen Nachweis sind bis zu fünf Tiere pro Person erlaubt.
Was kostet der Hund im Ferienhaus?
Üblich sind zehn bis fünfzehn Euro pro Nacht oder eine Pauschale für den Aufenthalt, häufig kombiniert mit einer höheren Endreinigung. Manche Vermieter begrenzen Anzahl oder Größe. Beides gehört in die Buchungsbestätigung, nicht in ein Gespräch an der Haustür.
Darf der Hund mit auf die Fähre?
Auf Autofähren in der Regel ja, angeleint und meist auf dem Außendeck. Auf Katamaranen gelten oft engere Regeln. Da sich die Bestimmungen je nach Reederei unterscheiden, lohnt eine kurze Anfrage vor der Buchung der Insel.
Wann ist die beste Reisezeit mit Hund?
Mai, Juni, September und Oktober. Im September ist das Meer wärmer als im Juni, die Temperaturen sind moderat, und die Strände leeren sich. Juli und August sind für die meisten Hunde schlicht zu heiß - besonders für kurznasige Rassen und ältere Tiere.
Was ist bei Pool und Hund zu beachten?
Der Ausstieg. Viele Hunde springen hinein und finden über eine senkrechte Leiter nicht wieder heraus. Eine Römertreppe mit flachen Stufen oder eine Ausstiegsrampe löst das Problem - danach sollte man vor der Buchung fragen und sich ein Foto schicken lassen.