Korčula fällt aus dem dalmatinischen Muster. Statt kahlem Karst wächst hier dichter Kiefernwald bis ans Wasser, die Griechen nannten die Insel deshalb schon in der Antike die schwarze Korkyra. Statt einer gewachsenen Altstadt gibt es einen mittelalterlichen Stadtgrundriss, der wie ein Fischgrätmuster angelegt wurde - und zwar mit einem klaren bauphysikalischen Zweck. Und statt der überall gleichen Rebsorten wachsen hier zwei Weine, die es außerhalb der Insel praktisch nicht gibt.
Die Altstadt und ihr Grundriss
Die Altstadt von Korčula liegt auf einer kleinen Halbinsel und ist von einer Mauer umgeben. Von der zentralen Hauptgasse zweigen zu beiden Seiten Nebengassen ab - aber nicht symmetrisch: Auf der Westseite verlaufen sie gerade, damit der kühlende Maestral im Sommer durch die Stadt ziehen kann. Auf der Ostseite sind sie leicht gekrümmt, um der Bora die Kraft zu nehmen. Das Ergebnis sieht von oben aus wie eine Fischgräte und funktioniert bis heute.
Im Zentrum steht die Kathedrale des heiligen Markus aus hellem Inselkalkstein. Ein weiteres Haus wird als Geburtshaus von Marco Polo geführt - belegt ist das nicht, die Zuschreibung beruht auf lokaler Überlieferung. Als Aussichtsturm über die Dächer taugt der Bau trotzdem.
Die bekannteste Tradition der Stadt ist die Moreška, ein Schwerttanz, bei dem ein roter und ein schwarzer König um eine entführte Prinzessin kämpfen. Aufgeführt wird er in dieser Form nur in Korčula-Stadt; verwandte Tänze - Kumpanija in Čara, Pupnat, Smokvica, Blato und Vela Luka, Moštra in Žrnovo - gibt es in anderen Orten der Insel.
Die Orte
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Korčula-Stadt Ostspitze
Der Hauptort mit Altstadt, Hafen und der besten Versorgung. Rundherum liegen Wohngebiete mit Ferienhäusern in Hanglage und Blick auf den Kanal nach Pelješac. Wer Kultur und Restaurants zu Fuß erreichen will, wohnt hier.
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Lumbarda östliche Spitze, südlich der Stadt
Ein Weinort mit sandigem Untergrund - und deshalb mit den einzigen echten Sandstränden der Insel, allen voran Vela Pržina. Hier wächst der Grk, eine weiße Rebsorte, die es ausschließlich in Lumbarda gibt.
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Čara, Smokvica und das Inselinnere Mitte
Die Weinbaudörfer der Hochfläche, aus denen der Pošip kommt. Sie liegen abseits des Wassers zwischen Kiefernwäldern und Weinbergen - Ferienhäuser sind dort günstiger und ruhiger, der Strand ist zehn bis zwanzig Minuten entfernt.
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Vela Luka Westspitze
Der größte Ort der Insel, an einer tief eingeschnittenen Bucht, mit Fischerei- und Werftgeschichte statt Postkartenkulisse. Von hier fährt die Fähre nach Split. Oberhalb liegt die prähistorische Höhle Vela spila, die vom Ortszentrum aus zu Fuß erreichbar ist.
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Brna, Prižba und die Südküste Süden
Kleine Orte in Buchten an der sonnigen Südseite, mit Kies, Kiefern und Blick auf Lastovo und Mljet. Deutlich ruhiger als der Osten der Insel.
Pošip und Grk
Korčula ist eine Weißweininsel - eine Seltenheit in Süddalmatien, wo sonst der rote Plavac mali dominiert. Der Pošip aus den Lagen um Čara und Smokvica war der erste geschützte Weißwein Kroatiens und ist heute im ganzen Land verbreitet. Der Grk dagegen wächst ausschließlich auf den sandigen Böden von Lumbarda; er ist selten, wird in kleinen Mengen erzeugt und lohnt eine Verkostung vor Ort, weil man ihn andernorts kaum bekommt.
Zwei Rebsorten, die außerhalb dieser Insel praktisch nicht existieren - das hat sonst keine Region der Adria.
Strände und Natur
- Vela Pržina und Bilin Žal bei Lumbarda - die einzigen nennenswerten Sandstrände, flach und für Kinder geeignet.
- Pupnatska Luka an der Südküste - eine tief eingeschnittene Kiesbucht, über eine steile Straße erreichbar, für viele die schönste der Insel.
- Die Buchten bei Brna und Prižba - ruhig, mit Kiefernschatten und flachem Einstieg.
- Die Inselchen vor Korčula-Stadt - Badri, Vrnik und Stupe, per Taxiboot erreichbar, teils mit alten Steinbrüchen.
Die dichten Kiefern- und Steineichenwälder sind das eigentliche Kapital der Insel: Sie machen Wanderungen und Radtouren auch im Sommer erträglich, was auf den kahlen Nachbarinseln nicht der Fall ist. Ein alter Verbindungsweg führt quer über die Hochfläche von Ort zu Ort.
Anreise
| Verbindung | Fahrzeuge | Anmerkung |
|---|---|---|
| Orebić - Dominče | Autofähre | Kürzeste Verbindung, wenige Minuten, direkt bei Korčula-Stadt |
| Split - Vela Luka | Autofähre | Lange Überfahrt, Ankunft am Westende der Insel |
| Dubrovnik und Split | Katamaran, ohne Fahrzeug | Saisonal, direkt nach Korčula-Stadt |
Der übliche Weg mit dem Auto führt über die Pelješac-Brücke und die Halbinsel bis Orebić, von dort mit der kurzen Fähre nach Dominče. Seit der Brücke von 2022 fällt dabei der Umweg über bosnisches Staatsgebiet weg. Wer aus Split kommt, kann alternativ die lange Überfahrt nach Vela Luka nehmen - das spart die Fahrt über Pelješac, kostet aber deutlich mehr Zeit auf dem Wasser.
Preisniveau und Standortwahl
Korčula ist deutlich günstiger als Hvar und liegt etwa auf dem Niveau von Brač. Am teuersten sind Häuser mit Blick auf die Altstadt und die Lagen in Lumbarda mit Zugang zum Sandstrand. Am günstigsten wohnt man in den Weinbaudörfern der Hochfläche - Čara, Smokvica, Pupnat, Žrnovo - und im Westen um Blato und Vela Luka, wo der Tourismus eine kleinere Rolle spielt als Fischerei und Landwirtschaft.
Ein Auto lohnt sich hier besonders
Die Insel ist über vierzig Kilometer lang, und die interessanten Buchten der Südküste liegen alle am Ende einer Stichstraße. Ohne Fahrzeug beschränkt sich der Urlaub auf den Ort, in dem man wohnt - Buslinien verbinden zwar die größeren Orte, fahren aber nur wenige Male am Tag und nicht zu den Stränden.
Häufige Fragen zu Korčula
Wie lange dauert die Anreise ab Österreich?
Es ist eines der weitesten Ziele dieser Küste. Die A1 endet südlich von Ploče, danach folgen die Küstenstraße, die Pelješac-Brücke, die Halbinsel und die Fähre. Wer nicht in einem Rutsch durchfahren will, plant eine Übernachtung ein - oder fliegt nach Dubrovnik und mietet dort ein Auto.
Korčula-Stadt oder Inselinneres?
Die Stadt für Kultur, Restaurants und kurze Wege ohne Auto. Das Inselinnere und die Südküste für Ruhe, größere Grundstücke und niedrigere Preise - dort ist ein Auto allerdings Pflicht.
Gibt es Sandstrände?
Ja, bei Lumbarda. Vela Pržina und Bilin Žal liegen auf sandigem Untergrund, der auch den dortigen Weinbau prägt. Der Rest der Insel ist Kies und Fels.
Wann wird die Moreška aufgeführt?
In der Saison mehrmals wöchentlich in Korčula-Stadt, zusätzlich am Stadtfeiertag Ende Juli. Termine hängen an der jeweiligen Spielzeit - der örtliche Tourismusverband führt den aktuellen Plan.
Wie ist das Klima?
Süddalmatisch warm, aber durch die Bewaldung angenehmer als auf den kahlen Inseln weiter nördlich. Die Badesaison reicht von Mitte Mai bis in den Oktober, im Hochsommer sorgt der Maestral am Nachmittag für Abkühlung - der Grund, aus dem die Altstadtgassen so angelegt wurden, wie sie sind.
Verwendete Quellen
- Tourismusverband der Stadt Korčula (visitkorcula.eu)
- Tourismusverband der Insel Korčula (visitkorculaisland.com)
- Europäische Kommission zur Eröffnung der Pelješac-Brücke (ec.europa.eu)