Šibenik ist die einzige größere Stadt der dalmatinischen Küste, die weder von Griechen noch von Römern gegründet wurde - sie ist eine kroatische Gründung des 11. Jahrhunderts. Und sie liegt nicht am offenen Meer, sondern an einer Bucht, die nur über einen schmalen, gewundenen Kanal mit der Adria verbunden ist. Diese geschützte Lage hat die Stadt reich gemacht und ihr vier Festungen eingetragen. Für den Ferienhausurlaub ist sie vor allem eines: der beste Ausgangspunkt für die Krka-Wasserfälle und die Kornaten.
Zwei Welterbestätten in einer Stadt
Die Kathedrale des heiligen Jakob steht seit 2000 auf der Welterbeliste. Ihr Bau begann 1431 und dauerte bis 1536 - über hundert Jahre, in denen der Stil von der venezianischen Gotik in die toskanische Renaissance überging. Zwei Baumeister prägten sie nacheinander: Juraj Dalmatinac und danach der aus der Werkstatt Donatellos kommende Nikola Firentinac. Das eigentlich Bemerkenswerte ist die Bauweise: Die Kathedrale besteht vollständig aus ineinandergefügten Steinplatten - ohne Mörtel, ohne Ziegel, ohne Holz im Tragwerk. An der Außenseite der Apsis zieht sich ein Fries aus steinernen Köpfen entlang, Porträts von Zeitgenossen des Baumeisters.
Die zweite Welterbestätte liegt am Eingang des Kanals: die Festung des heiligen Nikolaus, zwischen 1540 und 1547 nach Plänen von Giangirolamo Sanmicheli errichtet und 2017 gemeinsam mit weiteren venezianischen Verteidigungsanlagen eingeschrieben. Sie hat einen dreieckigen Grundriss, steht auf einer eigenen kleinen Insel und ist per Boot oder über einen Fußweg vom Kanal aus erreichbar.
Šibenik gehört zu den wenigen Städten weltweit mit zwei eigenen Einträgen auf der Welterbeliste.
Über der Stadt stehen drei weitere Festungen: Sveti Mihovil direkt über der Altstadt, heute Freiluftbühne mit Blick über Dächer und Bucht, die Barone-Festung auf dem Hügel dahinter und Sveti Ivan als höchster Punkt. Zwischen ihnen klettern die Gassen in Stufen den Hang hinauf - Šibenik ist die steilste Altstadt Dalmatiens.
Wo man rund um Šibenik wohnt
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Vodice und Tribunj 10 bis 13 km nordwestlich
Vodice ist der lebhafteste Ferienort der Region, mit langer Promenade, Marina und dichtem Abendbetrieb. Tribunj daneben ist deutlich kleiner, mit einem Altstadtkern auf einer Insel und einer Brücke dorthin. Beide sind gute Ausgangspunkte für Kornaten-Bootstouren.
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Zaton, Raslina und Bilice an der Bucht von Šibenik
Orte am geschützten Wasser statt am offenen Meer. Ruhig, mit flachen Ufern, oft mit Häusern und Pool in Hanglage. Von hier ist man in zehn Minuten in der Stadt und in zwanzig bei den Krka-Wasserfällen.
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Skradin 17 km nordöstlich
Ein kleiner Ort an der Mündung der Krka, zugleich einer der Haupteingänge des Nationalparks. Von hier fährt das Parkboot flussaufwärts zum Skradinski buk. Wer wandern und Wasserfälle sehen will, wohnt nirgends besser.
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Primošten und Rogoznica 20 bis 30 km südöstlich
Primošten liegt auf einer schmalen Halbinsel, oberhalb ziehen sich Weinberge in einem Netz aus Trockenmauern über den kahlen Hang. Rogoznica hat einen Salzsee mitten im Ort. Beide sind kompakt, steinern und im Sommer gut besucht.
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Murter und die Kornaten 25 km nordwestlich
Murter hängt über eine Zugbrücke am Festland und ist der wichtigste Ausgangshafen für den Nationalpark Kornati. Viele der Kornaten-Grundstücke gehören bis heute Familien aus Murter.
Der Nationalpark Krka
Die Krka ist der Grund, aus dem viele überhaupt in diese Gegend fahren. Der Fluss stürzt auf seinem Weg zum Meer über mehrere Kalksinterstufen; die bekannteste ist der Skradinski buk nahe der Mündung, weiter flussaufwärts liegt der Roški slap. Der Park hat zehn Eingänge, die beiden wichtigsten sind Skradin - von dort fährt ein Parkboot - und Lozovac mit Parkplatz und Shuttlebus.
Neben den Wasserfällen gehören 47 Kilometer Wanderwege und 388 Kilometer Radstrecken zum Park, dazu die Klosterinsel Visovac im Flusslauf und die archäologische Stätte Oziđana pećina. Wer nur die Wasserfälle sieht, verpasst den ruhigeren Teil des Parks - im Juli und August ist genau das die bessere Wahl.
Die Inseln vor der Stadt
Vor dem Kanal liegt ein eigenes kleines Archipel, das mit den Kornaten nichts zu tun hat und deutlich einfacher zu erreichen ist - Linienboote fahren mehrmals täglich ab Šibenik.
- Zlarin ist die einzige kroatische Insel mit nennenswerten Korallenvorkommen. Seit dem 15. Jahrhundert wird hier Korallenschmuck hergestellt und früher vor allem nach Italien verkauft. Autos gibt es auf der Insel keine.
- Krapanj gilt als kleinste und flachste bewohnte Insel der Adria. Bekannt wurde sie durch die Schwammtaucherei - Gewinnung und Verarbeitung von Meeresschwämmen werden dort bis heute betrieben.
- Prvić wird oft Fausts Insel genannt: Der Universalgelehrte Faust Vrančić verbrachte hier seine Kindheit, ein Museum im Ort erinnert an ihn und seine Erfindungen.
- Kaprije und Žirje liegen weiter draußen, sind dünn besiedelt und für Tagesausflüge mit dem Linienboot geeignet.
Für einen Ferienhausurlaub sind diese Inseln kaum geeignet - dafür ist das Angebot zu klein. Als Tagesausflug aus Šibenik, Vodice oder Zaton sind sie die stillere Alternative zu den Kornaten-Bootstouren, für die man einen ganzen Tag und deutlich mehr Geld einplanen muss.
Anreise
Die A1 hat eine eigene Ausfahrt Šibenik; ab Zagreb kostet die Strecke für einen Pkw der Kategorie I 22,10 Euro. Von dort sind es wenige Minuten in die Stadt, nach Vodice und Primošten jeweils rund eine Viertelstunde. Der Eingang Lozovac des Krka-Nationalparks liegt praktisch an der Autobahnzufahrt.
Die nächsten Flughäfen sind Split und Zadar, beide rund eine Autostunde entfernt. Für einen Ferienhausurlaub in dieser Gegend ist ein Auto in jedem Fall nötig - die Sehenswürdigkeiten liegen verstreut, und die Buslinien sind auf Pendler ausgerichtet.
Häufige Fragen
Skradin oder Lozovac für den Krka-Besuch?
Skradin, wenn man Zeit hat: Das Parkboot fährt durch die Flussmündung zum Skradinski buk, das ist die schönere Anreise. Lozovac, wenn man mit dem Auto kommt und schnell dort sein will - von dort bringt ein Shuttlebus die Besucher hinunter. Im Hochsommer beide Eingänge möglichst früh am Morgen ansteuern.
Kann man in der Krka baden?
Das Baden am Skradinski buk ist seit einigen Jahren untersagt. Möglich bleibt es an anderen Abschnitten des Flusses außerhalb der Schutzzone sowie in der Bucht von Skradin. Vor Ort auf die Beschilderung achten - die Regelung wurde mehrfach angepasst.
Wie kommt man zur Festung des heiligen Nikolaus?
Mit dem Boot ab Šibenik oder über den Fußweg von Jadrija am Kanaleingang, danach über einen Steg. Der Zugang ist nur zu bestimmten Zeiten möglich - die Festung liegt auf einer eigenen Insel im Kanal.
Vodice oder Šibenik als Standort?
Vodice für Strand, Promenade und Abendbetrieb, Šibenik und die Bucht für Ruhe, Kultur und kurze Wege zur Krka. Wer beides will, wohnt in Zaton oder Bilice dazwischen - von dort sind es in beide Richtungen rund zehn Minuten.
Wie ist die Küste rund um Šibenik?
Zerklüftet und vielfältig. Vor der Stadt liegen Inseln wie Zlarin, Prvić und Krapanj, dazwischen geschützte Buchten. Die Strände sind überwiegend Kies und Fels; die flachsten Abschnitte liegen in Vodice, Srima und in der Bucht von Zaton.
Verwendete Quellen
- Croatia.hr, Kathedrale des heiligen Jakob in Šibenik (croatia.hr)
- Tourismusverband Šibenik, Festung des hl. Nikolaus (sibenik-tourism.hr)
- Nationalpark Krka, Eingänge und Wegenetz (npkrka.hr)
- Hrvatske autoceste, Mauttarife A1 (hac.hr)